Artikel getaggt mit ‘terror’

Mehr Hype – durch virale Videos

…und alles, was dazu gesagt werden muss, finden Sie hier:

Juli 27, 2010 at 3:02 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

Titanic-Titel “Kirche heute”

Als Journalist lernt man, bei drei Themen vorsichtig zu sein: Kinder, die katholische Kirche, der Papst. Die letzteren beiden nicht etwa, weil das gesetzliche oder journalistische Regeln so wollen. Sondern weil das am meisten Ärger nach sich zieht. Diesen Ärger hat die Titanic nicht gescheut, die derzeit auf dem Cover Jesus am Kreuz und einen Pfarrer in mißdeutbarer Konfiguration zeigt.

Besonders faszinierend finde ich, wie der Hype darum in sozialen Medien kristallisiert: Die Facebook-Gruppe Wir protestieren aufs Schärfste gegen das aktuelle Titanic Cover versammelt Anhänger, die das Cover nicht ganz so gelungen finden, und steht derzeit bei 1.472 Mitgliedern. Die Facebook-Gruppe Wir unterstützen aufs Schärfste das aktuelle Titanic-Cover versammelt Anhänger, die das Cover ganz proper finden und kommt auf 3.275 Mitglieder. Das spricht ein wenig für die These, dass dieses Teufelszeugs namens Internet die Menschen vom Glauben abbringt.

Ich finde zwar das Cover nicht verwerflich, weil es ein Jesuszitat manifestiert (absichtlich oder zufällig, wer weiß das schon) und damit schon im Voraus die Bigotterie der erwartbaren Angriffe entlarvt; allerdings finde ich, man muss auch nicht immer alles auf die Spitze treiben und mit “Kirche heute” schert man einfach zu viele über einen Kamm. Daher kann ich keiner der beiden Gruppen beitreten.

Hier das Ergebnis meines Versuchs, eine Gruppe zu finden, der ich beitreten könnte:

Die Suche nach “Katholiken gegen Missbrauch” ergibt: nix (nur diese eine gezeigte Gruppe da). Auch andere Suchanfragen ähnlicher Art erbringen nichts, was aber wenig heißt; es mag doch die eine oder andere Gruppe dieser Art geben, die ich auf die Schnelle bloß nicht finde.

Ich glaube aber nicht dran. Ich glaube eher, es ist wie bei den Muslimen: Ganz groß jammern, wenn jemand ein unerwünschtes Bildchen malt, aber öffentlich gegen schwarze Schafe in denen eigenen Reihen auf die die Straße zu gehen, das ist dann doch nicht drin. So finde ich bei der Suche “Muslime gegen Terror” die Seite www.muslime-gegen-terror.de:

Schon 1479 Muslime gegen Terror. Seit 2004. Ich bin ja so beruhigt...

April 13, 2010 at 1:58 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

Der grosse Konsum-/Wirtschaftsklima-Index-Hype

Selbst wer den Hype meidet, kommt nicht um ihn herum. Es vergeht zum Beispiel kein Tag, an dem einen nicht irgendein Radio- oder Web-Fritze ins Ohr tutet, dass a) alles zu Ende ist, aus, vorbei, weil nämlich die GfK einen Abwärtstrend im Konsumklima ausgemacht haben will, oder b) alles super ist, weil nämlich die GfK einen Aufwärtstrend im Konsumklima ausgemacht haben will.

Wie darf man sich das vorstellen? So: Noch Montags haben die Leute keine Lust, was zu kaufen, weil das Radio schon am frühen Morgen plärrt, das Konsumklima sei schlecht.Wer mit so einer Nachricht in den Tag startet, der hat keinen Hunger mehr, braucht nichts, will auch nichts mehr, schleppt sich zur Arbeit, verrichtet die schlecht, storniert Bestellungen … Die Folge: In den Läden gähnende Leere, Saturn und Media Markt wie ausgestorben, Wüstenheuballen rollen von rechts nach links durchs Bild.

Doch da, am Dienstag erholt sich das Konsumklima, Mittwoch morgen wird das von der GfK bekannt gegeben. Die sogenannte Konsumschwüle erreicht daraufhin am Mittwoch ihren Siedepunkt, wenn plötzlich alle konsumgeil in die Bars und Restaurants strömen und schlemmen und kippen, was das Zeug hält. Die Konsumtempel und Läden werden das Ansturms nicht mehr Herr, lange Schlangen an den Kassen entstehen, es gibt Prügeleien um Restposten…

So würde das weitergehen mit dem grenzenlosen, freudigen, nicht-nachhaltigen Konsum, würde nicht am Donnerstag verkündet, die Konjunktur erlebe einen leichten Dämpfer. Am Freitag dann der Konsumschock: Der Konsumklimaindex sinkt wieder, ja mehr noch, neue Forschungen zeigen, dass die Deutschen immer hoffnungsloser werden, alles ist Aus, vorbei, am Ende, nichts kann unseren Standort mehr retten, Schlusslicht in Europa, trotz Westerwelle, der 1-Mann-Motivationsmaschine, der quasi im Alleingang die Wirtschaft ankurbelt und unsere Unternehmen persönlich ins Ausland trägt. Hilft aber nichts, wenn die GfK meldet, dass die Hoffnungen weiter gedämpft bleiben, weil die Konsumverweigerer nun das Heft in der Hand haben. Wie wird man diese Kauf- und Kostverächter nur wieder los? Die Lösung: Organisierter Konsumterror …

Und so weiter, und so fort. Ganz toll. Hype^2 fordert: 1. Besseres Wording. Warum immer “gedämpft” und “Abwärtstrend” und “pessimistisch”? Solche defätistischen Meldungen haben zu unterbleiben – oder wenigsten euphemisiert zu werden. “Konsumenten optimistisch”, “Konsumenten immer noch optimistisch” und “Konsumenten erneut optimistisch” sind klar unterscheidbare Formulierungen, die dennoch jeden beruhigt weitershoppen lassen, ganz so, wie Ludwig Erhard das gewollt hätte. 2. Stündlich neue Untersuchungen! Derzeit arbeitet die GfK träge, langsam, “gedämpft” (wie die Konjunktur) und gibt fleissigstenfalls monatlich kund, ob wir unseren Job verlieren (“Abwärtstrend”) oder unsere Ex-Chefs mehr Geld kriegen (“Aufwärtstrend”). Das muss besser werden, schneller, effektiver, stündlich, ja minütlich. Wer an der Kasse steht, muss per Handy doch jederzeit checken können, ob er als Käufer noch im Trend liegt – oder die Ware besser gleich wieder ins Regel legt und für eine Stunde konzentrierten Konsumverzichts einfach mal irgendwo eine graue Wand anstarrt. 3. Einfach mal das Maul halten, GfK. Ich will bitte gar nichts mehr hören von Auf und Ab, das ist nämlich so sinnstiftend wie Nachrichten zur Verhandlungslage in Palästina oder der alljährlich (bald wieder!) mehrfache Hinweis, der Papst habe den Segen Urbi et Orbi gespendet. (Das hielt ich natürlich für etwas überflüssig, bis ich soeben diesen Artikel las. Wahnsinn! Vollablass für alle, den Segen hören! Ahso, nur für Katholiken… wenn das der Jesus wüsste!)

März 25, 2010 at 5:57 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

Killerspieldebatte, die xte

Bei Amokläufen ist in diesem Land Staatshysterie angesagt. Besonders interessant ist, wie hier sofort höhere Hirnfunktionen ausser Funktion treten. Der Amokläufer wuchs in einem hochgerüsteten Haushalt auf, hatte leichten Zugriff auf Waffen und die Bude voller Paintball-Knarren, doch “Experten” verteufeln mal wieder nur die Killerspiele. Kriegen die da eigentlich Honorare für oder wieso ist das jedesmal so? Schäuble will gleich den “Zugang zu Gewaltdarstellungen beschränken” – strengere Vorschriften in Sachen Waffenbesitz wären dagegen seiner Meinung nach nicht sinnvoll. Leuchtet das nur mir nicht ein?

Von mir aus sendet “Tatort” in einer geschnittenen 30-Minuten-Version mit rosa-flauschigem Happy End und Resozialisierung des aufgehaltenen Täters in einer Super-Nanny-Anschluss-Sendung. Aber ein fragendes Gedankenexperiment sei erlaubt. Hätte der Täter ohne Killerspiele die Möglichkeit gehabt, seine Tat durchzuführen? Versus: Hätte er ohne den leichten Zugriff auf Waffen die Möglichkeit gehabt, derart Amok zu laufen?
Was ist denn wahrscheinlicher? Dass einer Amok laufen will, Zugriff auf Waffen hat, dann aber “Falling Down” in der Videothek nicht findet und “Counterstrike” auf seinem PC nicht läuft, er daher nicht lernen kann, wie so ein Amoklauf vor sich zu gehen hat? Oder dass einer Falling Down schon gesehen und Counterstrike schon gespielt hat, dann aber an der Möglichkeit scheitert, sich die nötigen Schiesseisen zu besorgen, ohne die ein Amoklauf ja irgendwie eher gewaltfrei abläuft?

“Ich kann überhaupt nicht erkennen, welche wie immer geartete Änderung am Waffenrecht an dem Geschehen etwas geändert hätte”, sagt Schäuble. Aha. In den USA hätte einer wie er vielleicht genau dasselbe gesagt, dort können einige ja auch nicht erkennen, dass ein Zustand, wie wir ihn haben, durchsetzbar ist. Immerhin besser, Herr Schäuble, als ein Spruch wie “Wenn alle Schüler Waffen tragen dürften, wäre der Täter gar nicht so weit gekommen.”; und ich persönlich kann nicht erkennen, wie mit Ihrer Vorratsdatenspeicherung der 9/11 hätte verhindert werden können.

Wir können doch in diesem Land verhindern, dass Jugendliche vor 18 Jahren Auto fahren dürfen. Wir können verhindern, dass in Kneipen geraucht werden darf. Koks gibts nicht frei zu kaufen, Haschisch auch nicht (nur Bier und Fluppen). Wenn ich, alter Sack, näher an der Rente als an der Schule, mal ein Gewaltspiel mit Blut spielen wollte, müsste ich nach Österreich fahren, weil bereits verhindert wird, dass Amazon es mir, einem Erwachsenen, liefert. Und wenn ich ein Glas Thunfisch mit 35 Gramm Öl ins Handgepäck nehmen will, wird das am Flughafen als potentielles terroristisches Gefahrengut sichergestellt. So in Watte gebauscht sind wir hier inzwischen (ausser unsere Soldaten in Afghanistan, für die sich solche Debatten extrem seltsam anhören müssen).

Warum zur Hölle soll es also nicht auch möglich sein, die Knarren ganz abzuschaffen? Sollen wir Mord, Raub, Erpressung und Menschenhandel als Straftatbestände aus dem Gesetzbuch streichen, bloss weil auch hier die reine Anwesenheit der Gesetze die Taten an sich noch nicht verhindern kann? “Können Sie mir einen Krieg nennen, den ein Pazifist verhindert hätte?”, möchte man da mit Gerhard Polt fragen.

Worüber wir übrigens reden können, ist ein Fernseh-, Monitor-, Computer-, Web-, Mail-, Chat- und Handy-Verbot bis zum 21. Lebensjahr – da wäre ich sofort dafür. Mit xyVZ & Co werden mehr Pickelteenies zu autistischen Zombies gemacht als LAN-Partys das je geschafft hätten. Und da wir schon das Rauchen in Kneipen abgeschafft haben, bitte nun auch ein Verbot für alkoholische Getränke, fettes Essen und rotes Fleisch. Und Comics müssen auch weg.

März 12, 2009 at 2:34 nachmittags 3 Kommentare

Warum ich von simyo abrate

Ab und zu ziehe ich mal um und suche einen Nachmieter oder ich habe auf eine andere Weise einen Grund, meine Telefonnummer in die Zeitung zu setzen. Weil ich natürlich nicht wahnsinnig bin, setze ich nicht meine Standardnummer in die Zeitung. Zu diesem Behufe erwarb ich eine simyo-Karte. Auch deshalb, weil ich mich aus verschiedenen Gründen ab und zu selbst anrufen muss.

Allerdings tat ich das vor Jahren, und es ist wohl auch etwas her, dass ich sie zuletzt benutzte. Nun brauchte ich sie genau JETZT, und sie ging nicht. Ich wollte mich einloggen, um zu prüfen, wo das Problem liegt, aber simyo behauptete, ich sei gar kein Kunde, die Mobilnummer (die meiner simyo-SIM-Karte) existiere nicht. Darüber wollte ich mich beschweren. Als simyo-Kunde durfte ich das aber nicht, denn als solchen erkannte simyo mich nicht an. Als nicht-simyo-Kunde konnte ich es tun, obwohl ich ja Kunde bin, allerdings existierte kein entsprechender Betreff wie “simyo-SIM-Karte wurde überraschend und ohne Ankündigung deaktiviert”, denn so war es ja.

Der Support reagierte sogar zeitnah.

“Nach Überprüfung Ihrer Daten haben wir festgestellt, dass Ihre simyo SIM-Karte am 20.10.2008 deaktiviert wurde.”
Nicht “wurde”, meine lieben simyos. Ihr habt sie aktiv & willentlich deaktiviert.

“Eine einmal deaktivierte simyo SIM-Karte kann nicht wieder reaktiviert werden.”
Ist ja wohl nicht meine Schuld. Und glauben tue ich das auch nicht. Wer sollte denn willentlich ein solches Feature in sein System einbauen? Etwa jemand, der damit verdienen will, dass man sich ne neue Karte kaufen muss?

“Sie können Ihr simyo Guthaben so lange nutzen, wie Ihre simyo SIM-Karte aktiv ist.”
Also jetzt nicht mehr.

Was mit meinem Guthaben passiert ist, erwähnt die Mail keine Sekunde lang. Es wurde verschluckt. Es ist weg. Futsch, im Eimer. Abgesaugt von der Firma simyo, die mit “Ohne Vertragsbindung, ohne Grundgebühr, ohne Mindestumsatz” wirbt, aber nach 12 Monaten MEIN Guthaben zu ihrem eigenen Guthaben macht, ohne dafür eine Dienstleistung zu erbringen, abgesehen von der, dafür auch noch meine Karte unreaktivierbar zu deaktivieren. (Ein ähnliches Raub-Verhalten findet sich übrigens bei der Firma Skype)

Natürlich könnte man für die xundzwanzigfuchzig Euro vor Gericht ziehen, macht aber natürlich niemand, hat auch keinen Zweck. Daher sei es nur im Blog erwähnt mit der aktiven Aufforderung an alle, schlechte Erfahrungen mit Abzocke alle Art auf ähnliche Weise zu publizieren. (Hier noch der Link zur Google-Suche abzocke simyo.)

Kommentare der Art “Hätteste halt das Kleingedruckte gelesen” möge man sich bitte sparen. Meine Meinung zu Kleingedrucktem ist, dass man es auch gross drucken könnte, wenn man keine schurkischen Absichten zu verbergen trachtet. Und schlechte Konditionen klein zu drucken macht die Konditionen nicht besser.

Februar 28, 2009 at 6:45 nachmittags 5 Kommentare

Die Linke und die Meinungsfreiheit

Das Wahl-Hype-Jahr 2009 ist hiermit eröffnet, erster Gewinner ist der ehemalige Mitarbeiter des SED-Repressionsapparates, Lutz Heilmann. Lektion 1: Wer etwas gegen Ex-Stasi-Schergen aus der Partei “Die Linke” sagt, wird abgemahnt. Lektion 2: Was bei Wikipedia funktioniert hat, das wird man auch andernorts probieren. Man fragt sich: Wenn ich Die Linke wähle, wird dann auch der Brockhaus neu geschrieben? Aktuelle Geschichtsbücher sind sicher so manchem ein Dorn im Auge. Weg damit! Man muß sie ja nicht gleich verbrennen…

Auch China hat ein Ministerium für Staatssicherheit, genau wie die DDR, in deren MfS Herr Heilmann arbeitete. Falsch und erlogen ist aber die hiermit erfundene Falschaussage, die ersten PDS/Die Linke-Mitglieder hätten sich bereits in China angemeldet – zu Kursen in Internet-Zensur. “Im Vergleich zur BRD war die DDR in jeder Phase ihrer Entwicklung – selbst noch in ihrem ärgsten Niedergang – das friedlichere, sozialere, menschlichere Deutschland.”, sagt zum Beispiel die Frau Wagenknecht, die ebenfalls gerne mal die Wirklichkeit retuschiert.

Lektion 3: Wenn nicht alle sofort glauben würden, was in Wikipedia steht, müsste sich auch niemand so aufregen, wenn mal wieder was falsches drinsteht.

November 17, 2008 at 3:57 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

Bitte, liebe Amis, macht jetzt keinen Fehler

Lasst uns alle beten, dass Frau Palin (die derzeit, schlimm genug, bereits Gouverneurin eines ganzen US-Bundesstaats), nicht in Kürze auch noch Vize ist. Wer noch nicht mitbeten will, weil John McCain ihn an John Rambo IV erinnert, sollte sich diesen Anruf reinziehen, bei dem nur der Anrufer (Sarkozy) gefaket ist:

November 4, 2008 at 1:54 nachmittags 1 Kommentar

Non-voter Kai Mueller

War ja klar, dass der Bad Guy mal wieder einen deutschen Namen hat…

Oktober 29, 2008 at 7:00 vormittags Hinterlasse einen Kommentar

PayPal will Personalausweis, Einwohnermeldenachweis, Strom-, Gas- oder Wasserrechnung

Manchmal geht mir so richtig das Herz auf. Zum Beispiel arbeite ich gelegentlich/selten bei Projekten, deren Design und Umsetzung fehlerhaft ist. Dann frage ich mich, warum ich immer in Lamer-Companys arbeite, die nichts auf die Reihe kriegen ausser meetings mit time-wasting morons. Doch kurz darauf bin ich auf Seiten wie etwa die von T-Com, Amazon und so weiter, und da geht dann auch etwas nicht und die sind doch viel größer und haben mehr Geld.

T-Com und T-Mobile habe ich schon richtig lieb gewonnen: Wenn ich bei eigenen Projekten etwas richtig schlecht finde, dann surfe ich kurz dorthin, um die Einstellungen meines Anschlusses zu ändern, Rechnung online anzuschauen oder einfach nur zu gucken, was es Neues gibt – und siehe, stets trösten mich die Seiten des rosa Riesen mit Bugs, Abbrüchen, blödsinnigem Interface-Design und so weiter..

Ausbruch meiner heutigen Heiterkeit: PayPal. Die wollen plötzlich, dass ich nachweise, dass ich kein Geld wasche. Daran ist sicher die EU schuld, oder besser: die Mafia, andererseits wollte meine nomale Bank noch nie, dass ich, Zitat: “

* Personalausweis
* Einwohnermeldenachweis
* Strom-, Gas- oder Wasserrechnung

” an sie (hier: PayPal) faxe oder ihnen als Scan zumaile.

GNIHIHI. Warum nicht gleich ein abgeschnittener Daumen per Postkarte, Jungs? Euer Hinweis “Die Daten werden unter keinen Umständen Dritten mitgeteilt” überzeugen mich jetzt nicht gerade.

Ebenfalls heiter: Ich soll meine “Geschäftsangaben” eingeben. Verstehe jetzt nicht wirklich, warum das in den letzten Jahren nicht nötig war, nun aber plötzlich doch, egal: PayPal will von mir unter anderem das Datum meiner Unternehmensgründung. HA HA HA. “Privatperson” ist als Option gar nicht wählbar, obwohl das ja immerhin ein Reiter in der Weboberfläche ist: “Privatkunden”. Ich dachte wirklich, sowas gibts nur auf T-Seiten…

Nun, ich kann den – laut PayPal zu klärenden – Sachverhalt also nicht “klären”. Und meine Stromrechnung und meinen PersAusweis kriegt schon Schäuble nur mit Widerwillen bei der nächsten Volkszählung zu sehen, aber PayPal ganz sicher gar & überhaupt nicht. Also Konto kündigen? Das wiederum geht nicht, solange der Sachverhalt nicht “geklärt” ist, sagt PaypPal.

OK, also auf “Kontakt” geklickt, um den Schwachsinn zu feedbacken. Dabei dann ein Javascript-Error und dann noch einer und dann

PayPal ist doof.

… und dann gebe ich auf, geistig einen Kalauer zum Thema “this time, an expected error has occured” verdrängend.

Unnötig zu erwähnen, dass ich das Konto nun abgeräumt habe, auf PayPal verzichten werde, PayPal eine schriftliche Aufforderung zur Löschung meiner Daten bekommt (die Datenschützer dann einen Brief, falls PayPal dem nicht nachkommt) und auch eBay meinen Arsch von hinten zu sehen kriegt.

Da können sie sich dann die DNA-Probe nehmen, die sie haben wollen.

Nachtrag:

Erwartungsgemäß hat PayPal auf meine Frage, was nun zu tun ist, nicht mit einer Antwort reagiert. Aber es ist keineswegs so, dass sie gar nicht reagiert hätten. Sie haben mir einen Fragebogen geschickt, in dem ich befragt wurde, wie zufrieden ich mit dem Kundenservice und wie gut meine Frage beantwortet worden sei. Har har har.

Es erübrigt sich wohl von selbst, zu erwähnen, dass in diesem Fragebogen die Option “Ich wurde gar nicht kontaktiert, ihr Nasen!” gar nicht existierte. Das geschlossene Universum, in dem sich die Kundenbindungswichser solcher Unternehmen befinden, existiert keineswegs parallel zu unserem, sondern in einer fernen, unerreichbaren Dimension.

Oktober 16, 2008 at 8:51 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

Deutsche Telekom Sicherheit

Jeder weiss, wie umständlich und aufwändig es ist, ein paar Daten – etwa den Tarif oder die Bankverbindung – beim Rosa T-Riesen zu ändern. Dabei geht es ganz einfach, wie man nun weiß.

Die Deutsche Telekom hat im Geschäftsjahr 2007 einen Umsatz von 62,5 Milliarden Euro erzielt und es nicht geschafft, dafür ein sicheres System auf die Beine zu stellen. Zum Vergleich: Das BKA hat Schätzungen zufolge ein Budget von 330 Millionen Euro. Dort soll dann auch die Indexdatei herumliegen, aka “Antiterrordatei”, in der jeder Furz gespeichert wird, wenn er nur ein bisschen verdächtig ist.

Ich fühl mich plötzlich so sicher.

Oktober 11, 2008 at 5:03 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

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