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FDP bei 18/6 Prozent
Man wird ja schon mal fragen dürfen, warum wir für das so unwichtige Ressort eines Außenministers einen Vertreter einer so erfolgreichen und populären Partei haben…
Andererseits: Auf die Unwichtigkeit einer Piratenpartei bzw. einer DKP oder NPD zu sinken, das ist irgendwie auch eine Leistung. Und ganz nah dran an 18%. Das verspricht viel für die deutsche Außenpolitik der kommenden drei Jahre…
Mai 22, 2010 at 4:41 nachmittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar
Noch mehr ungeordnete Gedanken zu "Piratenpartei"
Piratenpartei – das klingt erst mal abenteuerlich. Hier die Piraten, Säbel in der Hand, Pistole im Gürtel und natürlich immer ein Lachen im sonnengebräunten Gesicht, vor allem für die Damen. Dort die Spießer, betagte Flottenkapitäne und geschniegelte Schnösel, denen man die Prise zu recht entreisst.
Natürlich sind Piraten in Wirklichkeit “Seeräuber”, also Lügner und Diebe, Sklavenhalter und Schmarotzer, die von der Arbeit Anderer leben. Die Frage ist nun, ob unter diesem Gesichtspunkt nicht eigentlich alle Parteien “Piratenparteien” sind…
Vodafone und die social Strassenprediger
Eigentlich wollte ich noch ein paar überflüssige verspätete Anmerkungen zum Vodefone-2.0-Hype der letzten Woche machen, aber der Galle verspritzende Meinungs-Einseiter Don Alphonso hat zu diesem Thema eigentlich schon alles gesagt, was zu sagen ist, und das auch noch, ich muss es widerwillig zugeben, gekonnt. Sein Credo lautet in diesem Blogbeitrag vor allem, und ich stimme ihm in jeder Hinsicht zu, dass diese ganzen Versuche, social-dieses und 2.0-jenes als Mittel zur Kommuniktion und Werbung zu verwenden, fast immer mangels Publikum scheitern. Wen wundert das? Denn das ist ja, aus Sicht des social-media-Nutzenden, der ganze Sinn dieses Mediums: Dass ich zum Beispiel bei Facebook nur den Quark meiner Ex-Kollegen und Freunde lese, nicht auch noch den von Vodafone und seinen PR-Kohorten.
Social/2.0, Twitter und Facebook zu verwenden bedeutet, sich mit der Bibel in der Hand auf eine Kiste zu stellen und zu predigen und 1 bis 30 Stammhörer und pro Tag 50 bis 500 zufällig Vorbeimarschierende zu erreichen. Das ist auch bei den Superbloggern in diesem Lande nicht viel anders. Würde Google nicht für ein Grundrauschen fehlgeleiteter Ergebnislistenklicker sorgen, das SEO-Spezialisten im Blindflug verstärken, wäre das mehr Leuten klar.
Ich erinnere mich an einen Kollegen, die einen fundierten Artikel zum Thema “Wie die neuen Medien den Bürgern mehr Macht geben” schreiben wollte, und dem das Thema während der Recherche wegstarb, einfach weil es zu wenig echte Beispiele gibt. Also nicht bloß Wunschdenken und PR-Siege, sondern echte, recherchierbare, belegbare Beispiele, in denen Unternehmen zu mehr gezwungen wurden als nur zur Befriedung eines Einzelfalls. Wegen seines Videos “United Breaks Guitars” mag Airline-Opfer Dave Carroll ja nun seine Gitarre ersetzt bekommen haben, aber deswegen fliegen die Leute nicht weniger mit United (naja, vielleicht die Musiker), und wer je US-Flüge erlebt hat, weiß, wie Service-Wüsten wirklich aussehen.
Die Zeiten, da sich das Volk, die Wirtschaft oder die Unternehmen von den Medien dreinreden ließ, ist generell schon lange vorbei. Die Bild kann vielleicht einen Kanzler verhindern, aber nicht mehr machen. Dies liegt keineswegs daran, dass “Blogs den Zeitungen die Leser wegnehmen”, was ich so schon für eine gewagte These von Leuten halte, die einfach zu wenig Zeitung lesen und über zig RSS-Feeds und Schnipsel-News verdummen. Sondern dass es inzwischen so viele Stimmen gibt, die einem erzählen wollen, dass dieses oder jenes schlecht oder gut ist, so dass jeder einfach die Ohren zuklappt und auf Durchzug schaltet. Siehe dazu meine Kolumne “Ein zu lang geratenes Plädoyer für probiotische Joghurtdrinks und Smoothies“.
Die Leute ziehen sich auch weiterhin Actimel rein, da kann die empfehlens- und lesenswerte Seite Abgespeist.de toben, wie sie will. Unlängst durfte ich lesen, dass BMW seinen Mitarbeitern, die keinen BMW fahren, via “Unternehmenskommunikation” – man könnte auch sagen: angekündigter Nötigung – klar machte, dass jeder BMW-Mitarbeiter gefälligst auch einen BMW zu fahren habe. “Wir wollen einen Denkprozess anregen”, sagt ein Sprecher des Konzerns in der SZ. Tja, da hätten sie mal lieber ihre eigenen Denkprozesse angeregt. Denn das ist natürlich ein wundererbarer Aufreger, zumal mal in Sachen Standort mal die Frage stellen sollte, ob wir wirklich mit chinesischen Autoherstellern konkurrieren können, wenn unsere Fliessbandarbeiter einen BMW fahren müssen, was ja durchaus auf deren Gehaltsforderungen durchschlagen düfte. Aber wird wegen der Aufregung auch nur ein BMW weniger gekauft? Ich darf herzlich lachen.
Es mag der Tag kommen, an dem die Bürger in Echtzeit ihren Unwillen _massiv_ ausdrücken und Konzerne zum Umlenken bei Preisen, Herstellungsverfahren oder dem Verhalten gegenüber ihrem Humankapital bewegen können. Aber ich glaube nicht an diesen Tag, jedenfalls nicht zu meinen Lebzeiten. Sascha Lobo wird dank der eher peinlichen Vodafone-Kampagne zum bekanntesten Blogger dieses Landes werden, denn schlechte PR ist besser als keine PR. Aber niemand wird deswegen Vodafone kündigen oder kaufen, und wenn doch, wird es sich die Waage halten.
Ich zum Beispiel würde ja wechseln, wenn Vodafone mir als Mobilsurfer nicht gleich einen 24-Monats-Vertrag zum BMW-Fahrer-Preis reindrücken würde.
Juli 15, 2009 at 7:23 vormittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar
Von der Leyen fordert den Dummuser
Frau von der Leyen bringt es in diesem rbb-Interview auf den Punkt: Versierte Nutzer sind verdächtig, “zum Teil Schwer-Pädokriminelle”.
Ich zum Beispiel bin versiert, das kann ich zweifelsohne sagen, weil ich gefühlt die halbe Menschheit kostenlos supporte. Einen Zensurversuch von der Dummheit, wie sie die Kinderpornografieministerin eingeführt hat, könnte ich sicher umgehen. Aber bin ich deswegen schon Schwer-Pädokriminell, Frau von der Laie?
Irgendwie “verdächtig” zu sein, nur weil man irgendwie vage “versiert” ist, ist kein Spaß. Etwa so, als würde man für einen Einbrecher gehalten, weil man mit einem Schraubenzieher umgehen kann. Als würde man als Schläger eingebuchtet, weil man Kampfsport betrieb. Als würde man als Steuerhinterzieher verhaftet, nur weil man den “Konz” erwarb. Als stünde einem die Wasserfolter bevor, nur weil man eine Michael-Moore-Doku ansah.
Wird mein Telefon schon abgehört, weil ich, selbst wenn ich kein Schwer-Pädokrimineller wäre, unter Umständen solchen Schwer-Pädokriminellen Tipps geben könnte, bewusst oder unbewusst, jetzt oder in zukunft, hier oder einer möglichen Paralleldimension? (Da würde meine Gesprächqualität sicher ziemlich sinken, immerhin hören auf meinem Android-Handy von T-Mobile möglicherweise schon Google und T-Mobile mit, vielleicht sogar auch die Chinesen (immerhin zensieren *die* nur ihren eigenen Landleuten den freien Zugang zu Information).)
Was von der Leyen in Wirklichkeit fordert, das ist der DAU: der dümmste anzunehmende User.
Der sieht die Welt des Webs nur so, wie Browserhersteller und Zensurprovider es sich wünschen.
Der nichts machen kann, nur nutzen und konsumieren.
Den kann Malware auspionieren, wie sie will. Der Regierung ists egal, hauptsache, der Schäuble-Trojaner kann es ebenfalls.
Der nur noch brav shoppen kann. Erlaubte Güter mit dem Freigabestempel der Zensurbehörde.
Der nur noch lesen kann, was erlaubt ist – die Pressemitteilungen von Frau von der Leyen & Co.
Weil ich keinen Bock auf eine Informationsdiktatur nach chinesischem Vorbild habe, kündige ich hiermit meinen garantierten Stimmentzug für C-Parteien an.
Killerspieldebatte, die xte
Bei Amokläufen ist in diesem Land Staatshysterie angesagt. Besonders interessant ist, wie hier sofort höhere Hirnfunktionen ausser Funktion treten. Der Amokläufer wuchs in einem hochgerüsteten Haushalt auf, hatte leichten Zugriff auf Waffen und die Bude voller Paintball-Knarren, doch “Experten” verteufeln mal wieder nur die Killerspiele. Kriegen die da eigentlich Honorare für oder wieso ist das jedesmal so? Schäuble will gleich den “Zugang zu Gewaltdarstellungen beschränken” – strengere Vorschriften in Sachen Waffenbesitz wären dagegen seiner Meinung nach nicht sinnvoll. Leuchtet das nur mir nicht ein?
Von mir aus sendet “Tatort” in einer geschnittenen 30-Minuten-Version mit rosa-flauschigem Happy End und Resozialisierung des aufgehaltenen Täters in einer Super-Nanny-Anschluss-Sendung. Aber ein fragendes Gedankenexperiment sei erlaubt. Hätte der Täter ohne Killerspiele die Möglichkeit gehabt, seine Tat durchzuführen? Versus: Hätte er ohne den leichten Zugriff auf Waffen die Möglichkeit gehabt, derart Amok zu laufen?
Was ist denn wahrscheinlicher? Dass einer Amok laufen will, Zugriff auf Waffen hat, dann aber “Falling Down” in der Videothek nicht findet und “Counterstrike” auf seinem PC nicht läuft, er daher nicht lernen kann, wie so ein Amoklauf vor sich zu gehen hat? Oder dass einer Falling Down schon gesehen und Counterstrike schon gespielt hat, dann aber an der Möglichkeit scheitert, sich die nötigen Schiesseisen zu besorgen, ohne die ein Amoklauf ja irgendwie eher gewaltfrei abläuft?
“Ich kann überhaupt nicht erkennen, welche wie immer geartete Änderung am Waffenrecht an dem Geschehen etwas geändert hätte”, sagt Schäuble. Aha. In den USA hätte einer wie er vielleicht genau dasselbe gesagt, dort können einige ja auch nicht erkennen, dass ein Zustand, wie wir ihn haben, durchsetzbar ist. Immerhin besser, Herr Schäuble, als ein Spruch wie “Wenn alle Schüler Waffen tragen dürften, wäre der Täter gar nicht so weit gekommen.”; und ich persönlich kann nicht erkennen, wie mit Ihrer Vorratsdatenspeicherung der 9/11 hätte verhindert werden können.
Wir können doch in diesem Land verhindern, dass Jugendliche vor 18 Jahren Auto fahren dürfen. Wir können verhindern, dass in Kneipen geraucht werden darf. Koks gibts nicht frei zu kaufen, Haschisch auch nicht (nur Bier und Fluppen). Wenn ich, alter Sack, näher an der Rente als an der Schule, mal ein Gewaltspiel mit Blut spielen wollte, müsste ich nach Österreich fahren, weil bereits verhindert wird, dass Amazon es mir, einem Erwachsenen, liefert. Und wenn ich ein Glas Thunfisch mit 35 Gramm Öl ins Handgepäck nehmen will, wird das am Flughafen als potentielles terroristisches Gefahrengut sichergestellt. So in Watte gebauscht sind wir hier inzwischen (ausser unsere Soldaten in Afghanistan, für die sich solche Debatten extrem seltsam anhören müssen).
Warum zur Hölle soll es also nicht auch möglich sein, die Knarren ganz abzuschaffen? Sollen wir Mord, Raub, Erpressung und Menschenhandel als Straftatbestände aus dem Gesetzbuch streichen, bloss weil auch hier die reine Anwesenheit der Gesetze die Taten an sich noch nicht verhindern kann? “Können Sie mir einen Krieg nennen, den ein Pazifist verhindert hätte?”, möchte man da mit Gerhard Polt fragen.
Worüber wir übrigens reden können, ist ein Fernseh-, Monitor-, Computer-, Web-, Mail-, Chat- und Handy-Verbot bis zum 21. Lebensjahr – da wäre ich sofort dafür. Mit xyVZ & Co werden mehr Pickelteenies zu autistischen Zombies gemacht als LAN-Partys das je geschafft hätten. Und da wir schon das Rauchen in Kneipen abgeschafft haben, bitte nun auch ein Verbot für alkoholische Getränke, fettes Essen und rotes Fleisch. Und Comics müssen auch weg.
Obama-Hype!
Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Obama! Hallelujah!
Januar 20, 2009 at 5:29 nachmittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar
L.User: Der 100-Prozent-Schutz gegen Spam

L.User: Der 100%-Schutz gegen Spam
Januar 5, 2009 at 7:00 vormittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar
Umfrage: Weihnachtsfeiertage
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Dezember 25, 2008 at 7:00 vormittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar
Die Linke und die Meinungsfreiheit
Das Wahl-Hype-Jahr 2009 ist hiermit eröffnet, erster Gewinner ist der ehemalige Mitarbeiter des SED-Repressionsapparates, Lutz Heilmann. Lektion 1: Wer etwas gegen Ex-Stasi-Schergen aus der Partei “Die Linke” sagt, wird abgemahnt. Lektion 2: Was bei Wikipedia funktioniert hat, das wird man auch andernorts probieren. Man fragt sich: Wenn ich Die Linke wähle, wird dann auch der Brockhaus neu geschrieben? Aktuelle Geschichtsbücher sind sicher so manchem ein Dorn im Auge. Weg damit! Man muß sie ja nicht gleich verbrennen…
Auch China hat ein Ministerium für Staatssicherheit, genau wie die DDR, in deren MfS Herr Heilmann arbeitete. Falsch und erlogen ist aber die hiermit erfundene Falschaussage, die ersten PDS/Die Linke-Mitglieder hätten sich bereits in China angemeldet – zu Kursen in Internet-Zensur. “Im Vergleich zur BRD war die DDR in jeder Phase ihrer Entwicklung – selbst noch in ihrem ärgsten Niedergang – das friedlichere, sozialere, menschlichere Deutschland.”, sagt zum Beispiel die Frau Wagenknecht, die ebenfalls gerne mal die Wirklichkeit retuschiert.
Lektion 3: Wenn nicht alle sofort glauben würden, was in Wikipedia steht, müsste sich auch niemand so aufregen, wenn mal wieder was falsches drinsteht.
November 17, 2008 at 3:57 nachmittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar


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