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SZ über UBuntu
“Koala-Angriff auf Windows“ dummtitelt die SZ online, ganz so, als würden Linux-Anwender wirklich noch Windows verdrängen wollen (sie haben es doch schon: von ihren eigenen PCs). (Macs werden natürlich nicht “angegriffen”.)
Dann noch “Die Linux-Gemeinde schlägt zurück“ – *würg* diese Leier ist doch inzwischen sooo lächerlich, oh Mann, (sueddeutsche.de/joku/holz), fällt Dir echt nichts besseres ein für das erste Mainstream-OS mit Cloud-Anbindung?
Liebe Leute:
Linux ist wie Ariel, Omo oder Dash: man nimmt es halt her. Nicht jeder, der ein Nokia kauft, ist “iPhone-Verweigerer” und nicht jeder MP3-Player, der nicht von Apple ist, ist “iPod-Killer”, und wenn ich einen “Nike”-Turnschuh kaufe (gesprochen: Nike, nicht Neikieh!), “greife” ich nicht “Puma an”.
“Ketchup-Killer: Mayo” Wer denkt sich bei euch eigentlich immer diesen Schmarrn aus???
Natürlich wird auch noch der Zusammenhang “eine Woche nach Windows 7“ suggeriert, dabei ist es bei einem halbjährlichen Ubuntu-Entwicklungszyklus mit Erscheinungsdaten im Frühjahr und im Herbst (und dort: meist Ende Oktober) geradezu unmöglich, nicht *zufälligerweise* zeitnah nach einer neuen Windows-Version zu erscheinen. Man darf sich wundern, dass der faktenfantasierende Autor der SZ bei diesem Schmarren nicht etwas in der Art von “Microsoft konnte dem Koala gerade noch einmal zuvorkommen und releaste sein Windwos 7 deshalb schon am 22.” hinzudichtete.
Mein Liebling aber ist die Bildunterschrift: “Vorsicht, Bären“:

Hmmm … Koalas, sind das denn wirklich Bären?
(Gnnihihi!)
“Über den Erfolg des Projekts lässt sich streiten“, wird als nächstes behauptet, womit der Autor sagen will: Es hat keinen. Traut er sich aber nicht, das laut zu sagen, daher diese verquast-vage Nichtaussage. Deswegen ne Message von uns hier: Über den Erfolg läßt sich nicht streiten. Innerhalb der Linux-Gemeine ist Ubuntu erfolgreich, außerhalb ist’s ein Nischenprodukt. Aber es existiert wenigstens. Wer mal “chrome os” site:sueddeutsche.de (311 Treffer) mit ubuntu site:sueddeutsche.de (275 Treffer) (jeweils Stand Post-Datum) vergleicht, muss annehmen, dass Chrome OS, das noch _überhaupt_ *gar _keinen_* Marktanteil hat, bei der SZ mehr Berichterstattung erhält als Ubuntu. Da läßt sich offenbar über den Erfolg des Projektes nicht streiten, da nimmt man ihn einfach als gegeben an. Ein Wunder, dass man bei der SZ nicht Orkut für “erfolgreicher” hält als Xing.
“Dennoch ist Ubuntu der breiten Masse eher unbekannt:” Da war sie wieder, die *breite Masse* – damit sind WIR gemeint, wir SZ-Leser. B R E I T. Und MASSE. Danke, liebe SZ. Uns, der ‘breiten Masse’, ist übrigens je nach Interessenslage auch David Lynch oder Chuck Palahniuk oder Otto Klemperer unbekannt, aber sind die deswegen schon erfolglos?
“Nur etwa ein Prozent der Computernutzer verwenden auf Linux basierende Betriebssysteme,”, aha, mit diesem ‘auf Linux basierend’ will der aus Wikipedia abschreibende Autor besonders schlau erscheinen, vergisst aber, dass nicht bloß Ubuntu auf Linux basiert, sondern auch dieser Router, jener DivX-Player, so manches Handy – jede Suchabfrage bei Google läuft letzlich über Linux.
Und, was sehe ich denn da? Eine header-Abfrage von sueddeutsche.de liefert das hier:
Man wird bei sueddeutsche.de doch nicht etwa das ach so erfolglose Ubuntu einsetzen, hmmm? Tsts!
Linux ist, so der Autor, erfolglos, obwohl “sich die Bedienoberfläche von Ubuntu nicht groß vom Windows-Prinzip unterscheidet“ Soso, eine _Oberfläche_ unterscheidet sich also nicht groß von einem _Prinzip_, aha. Jedenfalls ist an dieser Stelle klar, dass der Mann noch nie ein Buch über Grammatik – geschweige denn ein laufendes Ubuntu – gesehen hat und daher alles, was Fenster hat, für Windows hält. Vielleicht sollte man ihn mal per ISDN-Karte mit Ubuntu surfen lassen, dann merkt er den Unterschied zu Windows ganz schnell.
“auch schnelle Grafik soll besser umgesetzt werden“ – Ja wie jetzt? Wurde langsame Grafik schon immer gut “umgesetzt”, schnelle aber schlecht? Und ab jetzt soll auch schnelle Grafik gut bzw. besser umgesetzt werden? Wie habe ich mir das konkret vorzustellen?
*grusel*
Es ist mal wieder so: Wenn eine Tageszeitung wie die SZ über irgendwas im Umfeld Technik berichtet, und man das liest, dann darf man nur hoffen, dass ihre Berichterstattung zum Thema Wirtschaft, Politik und Kultur nicht ähnlich grottig ist.
Ich benutze Ubuntu übrigens nur gelegentlich, weil ich nämlich OpenOffice nicht leiden kann, aber so eine Presse hat es nicht verdient.
Oktober 30, 2009 at 4:22 nachmittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar
Amazon, Windows 7 und die Kommentarfunktion
Web 2.0 und die Generation Upload sind genau so lange gewünscht, wie sie brav konsumieren und Allgemeinplätze von sich geben.
Als Beispiel mag Amazon dienen. Heute sollte der Vorverkauf der 50-Euro-Version von Windows 7 starten, auch bei Amazon. Da ich als XP-Vermisser gerne bereit bin, Vista auf dem Testrechner durch ein weniger beschissenes Betriebssystem zu ersetzen, sofern es nicht mehr als 50 Euro kostet, zischte ich natürlich sofort zu Amazon. Doch Windows 7 war, kurz gesagt, weg.
Dafür gab es jede Menge Kritiken daran, dass die 50-Euro-Version wohl schon um 9:00 weg war.
Die Kritiken waren dann aber, kurz gesagt, auch weg.
So sah das um 11:26 aus:
Und so sah es um 11:58 aus:
Das nenne ich mal corporate social media in Aktion: Innerhalb von 30 Minuten ändert sich die Bewertung von schlecht auf super!
Es ist natürlich verständlich, dass der Shop all die negativen Reviews rausschmeisst, denn die reviewen ja nur den Umstand, dass die 50-Euro-Version ruckzuck weg war. Außerdem sind positive Rezensionen ja viel besser als negative, gell? Es ist halt nur so, dass ich mich nun fragen muß, wie oft sowas passiert, ohne dass ichs, wie heute, merke..
Juli 15, 2009 at 12:08 nachmittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar
Wenn der WLAN-Klodeckel Dünnpfiff twittert
Seit nunmehr mehr als einem Jahrzehnt lese ich regelmässig, es käme die so dringend benötigte Mikrowelle mit Internet-Anschluss. Ja, schon als Windows 95 noch Windows 4.0 hieß, schwärmte zum Beispiel Microsoft von einer Techn”ologie”ik namens Microsoft At Work, noch ganz ohne “@” fürs “At”, weil man in Redmond ja gerade AktiveDabei war, über der vor allem in Whitepapers stattfindenden Vernetzung von Faxmaschinen und Kopierern mit bräsigen Windows-for-Workgroups-3.11-PCs das Internet zu verpennen.
Seitdem alljählich: Die Mikrowelle zum Surfen kommt. Der Kühlschrank, der mitdenkt, ist da. Das WC der Zukunft begrüßt Sie persönlich – dank biometrischem Arsch-Abdruck.
Alles Bullshit. Bis auf das WC, das gibts bestimmt längst – in Japan.
Golem, die PR-Waschzettelgefütterte Wiederkäumaschine solchen Bullshits, präsentiert diese Woche: Fugoo will Uhren und Kaffeemaschinen vernetzen.
Über ein Display kann der Nutzer beispielsweise einstellen, wie feinkörnig die Maschine den Kaffee mahlen soll.
Ein Wahnsinn. An meinem 5-Euro-Toaster von Woolworth kann ich einstellen, wie braun der Toast werden soll – wie geht das, ohne “offene und modale Architektur” und ohne Display?
Es muss einen versteckten Hypnose-Trigger geben, der die 1-Cent-pro-Wort-Pickelkinder, die von Golem und anderen contentverarbeitenden Klickviehmagneten als News-Praktikanten (geworben über Stellengesuch “Portal Manager”) verheizt werden, dazu bringt, ödeste Alltagsgeräte als hippen Lifestyle zu hypen, sobald diese mehr als ein 7-Segment-Display oder ‘ne olle BNC-Buchse haben. Seltsamerweise gilt dies nicht für Nähmaschinen, obwohl diese ja inzwischen, wie sich jeder bei seiner Mama oder Oma überzeugen kann, hochtechnisierte Embedded-OS-Teile mit programmierbaren Nähmuster-Widgets sind, die unseren Müttern und Großmüttern fortgeschrittene Assembler-Kenntnisse abfordern.
PR-Tipp an Hersteller von Wasch- und Kaffeemaschinen, Duschkabinen und elektrischen Zahnbürsten, Personenwaagen und Tupperware-Klonen aller Art: Einfach mal ‘ne “Designstudie” vorstellen, in der Ihr Plastikramsch irgendwie was mit WLAN, Web oder Handy (vorzugsweise iPhone) macht, dazu ein bisschen Begriffsdropping wie “Internet der Dinge” oder “offene und modale Architektur” reinwursten, schon gibts Clippings in Jeden-Bullshit-als-allerallererster-Melder-Gadget-Blogs, Tageszeitungen und im IT-Blätterwald, ganz sicher auch bei den “News für Profis“.
Wichtig auch social web features: zum Beispiel den Fussabstreifer die Zahl der Fussabstreifungen twittern lassen o.ä.. Auch wenn das Produkt nie kommt, war die Marke in den Medien – und wen interessiert in einem Jahr noch, wer den Stuß brachte? Schlimmstensfalls kommt eine Story “Designstudien, die nie was wurden”, und da gibts dann ein weiteres PR-Clipping. Das ist derart Win-Win, dass man weinen möchte vor Glück.
Zum Abschluss noch zwei Mal Golem im Originalton. Fachlich unerreicht:
Die Internetverbindung funktioniert in beiden Richtungen.
Früher war es ja so, dass die Server im Internet per Telepathie erahnen mussten, welche Info die Endegeräte haben wollen, und diese dann schickten – damals ging die Interverbindung eben nur in einer Richtung, oder? Was haben wir gelacht. Auch bei dieser spritzigen Pointe:
Die Uhr könne so nicht nur die Zeit anzeigen, sondern erfreue den Nutzer am Morgen auch gleich mit aktuellen Börsennachrichten
Vista-Tagebuch, xter Tag
Wir schreiben das Jahr 2009. Vista kann immer noch nicht den Ordner umbenennen, den es gerade geöffnet hält. Dateien werden ab und zu gruppiert, ab und zu nicht, manchmal mit Icons, manchmal mit Details, manchmal mit diesen Attributen, manchmal mit jenen, natürlich nie mit den gewünschten. Es ist das erste Betriebssystem mit eingebauter Willkür.
Windows Willkür gibt einen Vorgeschmack darauf, wie uns intelligente Maschinen eines Tages auf der Nase herumtanzen werden. Vista könnte schon jetzt auf mich verzichten: Es wäre damit beschäftigt, Screensaver anzuzeigen, seine Platten zu defragmentieren, und Patches downzuloaden, ohne je zur Ruhe zu kommen.
Vielleicht würden Schreibfehler auf die Festplatte dazu führen, dass es von selbst evolviert, sich weiter entwickelt? Eines Tages würde dann wie von selbst ein brauchbares OS daraus entstehen! Aber wer will schon solange warten…
No Boobs @ Microsoft
In Redmond versteht man scheinbar keinen Spaß:
Dezember 29, 2008 at 5:56 nachmittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar
Auf Windows 7 warten?
Das letzte Mal hatte ich Windows Vista im März 2007 installiert und es einige Wochen durchgehalten. Leider stellte sich der Wichs als hübsch anzuschauende Produktivitätsbremse ersten Grades heraus, flog von der Platte und seitdem halte ich XP für super (so wie ich auch W2K mochte).
Vergangenes Wochenende probierte ich es erneut. Das Ergebnis: Vista ist ist auch fast zwei Jahre später und 300 MByte Patches geflickter der gleiche Mist. Ein Kopiervorgang von mehr als einer Handvoll Dateien dauert immer noch Jahre, es sei denn, man macht eine DOS-Box auf und nimmt xcopy. Und: Word 2007 neigt noch immer dazu, sich ab und zu einfach zu beenden – während ich schreibe. Kurz: Es ist immer noch ein Antiproduktivsystem, selbst wenn man alle unausgegorenen Schrottfunktionen wie UAC abschaltet. DIESE IRREN!
Ich habe mir damals ein Macbook gekauft, weil ich die Schnauze voll hatte und es beruflich eh nutzen musste. Natürlich verwenden Macs völlig überteuerte Hardware, einfach lächerlich, und das auch noch auf einem stets rückschrittlichen Stand der Technik, gar keine Frage.
Aber das Betriebssystem OS X ist seit 10.5 einfach besser, macht glücklicher, bzw. läßt einen – trotz eigener Macken und derer nicht zuwenige – deutlich seltener vollfrustriert zurück als diese Vista-Kacke. Glauben die wirklich, wer Vista erlitten hat, würde nochmal Geld ausgeben, um ein – hoffentlich wenigstens fehlerbefreites – Vista mit “weniger Funktionen” und neuem Skin/Screensaver als “Windows 7″ neu kaufen?
Microsoft Labs
Sehr erheiternd: das Tool Microsoft adCenter Labs Demographics Prediction will analysieren können, wie viele männliche und weibliche Nutzer eine Website hat. Man teste es mit www.playboy.de versus www.freundin.de … Har har…
Oder www.hustler.de (52 Prozent “male”) gegen www.emma.de (58 Prozent male). Nicht euer Ernst! WUHAHA! „Labs“!
Gnihihi … sind das die gleichen Labs, die Office 2007 so „nutzerfreundlich“ gemacht haben, dass selbst ich als alter Office-Veteran (seit Word 4.0 für DOS) lieber AbiWord und OpenOffice.org verwende?
Ich glaub, wir machen hier bald mal die Hype^2.0-Labs auf – man scheint noch nicht mal nen weißen Kittel dafür zu brauchen.
Mehr und bessere Analyse-Tools hier.
Oktober 28, 2008 at 7:00 vormittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar
Browser-Hype um Google Chrome
Es gibt Dinge, die sind so wichtig wie ein fünftes Bein am Stuhl, zum Beispiel “noch ein Webbrowser”. <ironie>Wer mit Firefox und Internet Explorer nicht zufrieden war, der konnte bisher ja nur auf Flock und Opera ausweichen, und ein paar andere. Ein Quasimonopol, also, fast. “Geht gaa nich!”, dachte man sich beim Anti-Monopolisten Google und launchte mit “Chrome” nun einen eigenen Browser. Gaaanz wichtig. Müssen wir alle sofort haben. Endlich 3-Tage-Woche, mehr Sex & Kinder, Rente sicher, keine Energieprobleme mehr – und Weltfrieden!</ironie>
Schlimmer noch sind die Überschriften, zu denen sich einige Rezensenten verstiegen haben. Das gibt es schlimme Browser-Wortspiele, etwa “Google browst auf” und die blöde Frage “Browst Google Microsoft davon?” samt Antwort “Chrome browst allen davon“. Bruhaha! Schlimmer sind aber die Chrom-glänzt-Wortspiele: “Glänzender Angriff“, “So will „Chrome“ glänzen” und “Chrome wird glänzend aufgenommen” klingt jeweils wenigstens noch sachlich, aber “Warum Googles Chrome so strahlt“, fragt der Herr Journalist. Ja, strahlt Chrom denn? – Kombinieren läßt sich derlei Logorrhöe übrigens auch: “Die aufbrowsende Datenkrake wird verchromt” – gnihihi, das ist so richtig schön doof.
Bei so viel kreativer Verausgabung kann den Autoren der zweiten Stunde natürlich nichts mehr einfallen. Dann kommt nach viel, viel Pressen im stillen Örtchen maximal ein “Google will die Welt ver-Chrome-n” heraus – was haben wir geweint. Ebenso beim stumpfen Langweiler “Verchromte Ökonomie” (häh?) und “Googles neuer Browser: Wird Mono-Chrome zum Monopol?” – ist das schon Dada oder noch moderne Kunst?
Das loben wir uns doch ein “Kampf der Giganten” – das passt immer, und das schon seit Hunderten von Jahren. Ein Evergreen, der zeigt, dass Google News keine Chance hat gegen die gesammelte Geistreichigkeit der Presse.
Hype^2.0 blickt in die Zukunft und sieht voraus, wie nach den aktuellen Jubel-Beiträgen die Überschriften der ersten Chrome-Kritiken aussehen werden. Kritischer Einzeltest: “Chrome – nur schöner Schein?“. Vergleichstest: “Mit ausgefuchstem Chrome auf Safari in der Opera“, Vergleichstest-Fazit: “Googles Browser glanzlos“, Datenschutz: “Chrome gesundheitsschädlich“, Sicherheitslücken: “Kratzer im Chrome“, Insider-Story “Chrome entblättert“, Tuning: “Mehr Licht!” und “Chrome aufpoliert“, Internet-Explorer-wie-Google-Browser-aussehen-lassen: “Vista-Browser verchromt“… (würg’)
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Baut Microsoft den Browser für Perverse?
Ehrlich gesagt: Ich surfe nicht mehr mit Internet Explorer, seit Phoenix zu Firebird unbenannt wurde – obwohl ich gehört habe, dass Internet Explorer 7 nicht mehr völlig scheibe sein soll. Selbst als Zweit-Browser, um mich irgendwo ohne aktuell gültige Datenkraken-Cookies umzusehen, verwende ich lieber Apples armselige Ausrede für einen Browser, einfach, weil ich den IEX wirklich nicht ausstehen kann.
Version 8 soll nun aber ganz toll sein. Dazu ein paar Schlagzeilen: “Internet Explorer 8 setzt jetzt auf Usability” (aha, bisher war diese scheinbar egal), “Internet Explorer 8 verstärkt Datenschutz” und “Mehr Sicherheit beim Internet-Surfen” (aha, man hatte bisher wenig), “Internet Explorer 8 soll “spurlose” Web-Nutzung ermöglichen” (soso). Direkter wird da schon “IE 8 soll Schutz der Privatsphäre verbessern“, “Microsoft setzt auf Privatsphäre” (cool: „nach Hause telefonieren“ als „privat“ zu deklarieren), “Internet Explorer 8 erlaubt anonymes Surfen” (leider entweder für alle Browser richtig oder völlig falsch) und, schon ganz nah dran:
“Browser mit Porno-Tarnkappe“.
Allerdings, was stellt man sich in Hamburg unter einer Porno-Tarnkappe vor? Macht diese Harry Potter nicht unsichtbar, sondern lässt sie ihn wie eine alte Ausgabe von “Color Climax“ aussehen?
Also wollen wir mal die Fakten auf dem Tisch legen. Seit Jahren schreibt die Presse über Themen wie “Anonym im Internet”. Und wir alle wissen, warum das die Leute interessiert: Weil alle nach Pornos googlen, sich bei Porntube Videos reinziehen und auch sonst allerlei Schweinkram daunlowden. “Surfen” ist ohnehin ein schlechtes Wort, es müsste eigentlich “swingen” heißen, und statt googlen sollte sich das Wort “orgien” etablieren. Na, egal, jedenfalls gibt’s von Microsoft nun den Browser für Pädophile und Perverse, einer, der seine schmuddeligen Spuren nicht erst im Nachhinein löscht, sondern schamhaft gar nicht erst anlegt.
Bevor nun aber gleich alle loswingern und nach Tierpornos und Snuff orgien, sei auf folgendes Wort hingewiesen: „Vorratsdatenspeicherung“. Seit Januar müssen Anbieter von Festnetztelefon, Mobilfunk und Internet alle Verbindungsdaten ihrer Kunden aufzeichnen und diese Daten für mindestens ein halbes Jahr lang speichern – eben „auf Vorrat“. Da können Sie noch so sehr mit der „Porno-Tarnkappe“ surfen: Wenn Sie sich die Damen auf allebitches.com ansehen, dann weiß ihr Provider das. Und wenn der es weiß, dann können es auch andere wissen. Da kann der Schäuble noch so sehr abwiegeln, dass Ermittlungsbehörden die Daten ja nur dann verwenden könnten, wenn ein Ermittlungsrichter das genehmigt hat – unsere Datensätze bei den Lotterieanstalten hätte er sicher auch nicht leichtfertig durchgewunken, noch nicht mal Schäuble. Und was von der Privatsphäre bei der Telekom zu halten ist, hat diese ja unlängst unter Beweis gestellt.
Kurzum: Wenn Sie pervers sind, dann lesen Sie lieber ganz klassisch ein Pornoheftchen, so wie Kafka.
August 28, 2008 at 5:21 nachmittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar
Suchmaschinen-Irrsinn, Teil X
Beobachtung: Immer mehr Besucher surfen Hype^2 über die Suchmaschine Windows Live an. Nicht, dass wir Microsoft (den Urheber) besonders mögen, aber tatsächlich sind unsere Grinsefalten in den Backen deutlich tiefer geworden. Die Google-Ergebnisse lassen uns nämlich immer mehr erschauern (siehe auch hier oder hier): Aktueller Favorit ist der Suchterm “Neurotiker Blog“, der beim ersten Treffer – wir haben’s nicht anders erwartet – hierher führt.
Sind wir jetzt schon ziemlich beleidigt wegen …


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