Artikel getaggt mit ‘lifestyle’
Oh Gott, was fange ich denn jetzt mit mir an???
Juli 16, 2009 at 10:52 vormittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar
15jährige Studie beisst CEO-Hund
“Die Medien”, so heisst es immer öfter, würden ihren Job nicht machen und verstünden sich zunehmend als News-Drücker, die irgendwelchen Agentureinheitsbrei auftischen würden und dabei nur auf die Klicks schielten. “Moment!”, entgegne ich da oft und singe das Lied von Qualitätsmedien, etwa der ZEIT, und das man nicht jeden News-Drücker mit “den Medien” gleichsetzen dürfe.
Kann ich mir in Zukunft ersparen. In der Rubrik “Wirtschaft / Unternehmen” bringt die ZEIT tatsächlich die Agenturbreimeldung des Tages um einen 15-Jährigen, der seinen Medienkonsum erklärt. “Lakonisch hatte er aufgezählt, warum seine Freunde keine Zeitungen kaufen, kaum Radio hören, fürs Telefonieren selten bezahlen und so fort.”, heißt es da. Bei der Welt, die ihre Kompaktausgabe ja bereits von Halbwüchsigen schreiben läßt, ist der Schüler bereits “Bankenguru“, in der FTD läßt er “Analysten alt aussehen” (man zeige mir im Text mal, wo das der Fall ist), andernorts wird gar die “Bankenszene erschüttert“. Pfui deibel.
Wenn ich mich nun zurückerinnere, mit 15, hmm… Ich denke mal, ich habe damals auch keine Zeitung gekauft, noch nicht mal Bravo. Ich habe nie Radio gehört, denn da kam eh nur Schrott für Rentner (das hat sich bis heute nicht geändert, und wenn ich Rentner sein werde, wird da IDM laufen und keiner unter 80 wird das hören wollen). Und fürs Telefonieren habe ich ebenfalls nicht bezahlt (ich bin nur manchmal dafür angemault worden von denen, die es bezahlt haben). Auch für Musik gab ich kaum einen Groschen aus, denn natürlich hatte einer von uns (der mit der Kohle) immer die Platten, wir anderen hatten bloß die Mix-Tapes (“Homerecording is killing Music”, behauptete die Musikindustrie damals, schaffte es aber mangels geistiger Flexibilität noch, auch die MP3-Revolution zu verschlafen).
Anders gesagt: Ein wenig in Erinnerungen schwelgen hätte Morgan-Stanley sicher nicht geschadet, und man darf zu Recht fragen, warum “Fondsmanager, Vorstandschefs und Analysten” “in den Bankentürmen von Tokio, Singapur, New York und London” sich um den Marktbericht “reißen”, statt mal ihre eigenen Kinder oder Enkel zu fragen. Dann bräuchten diese überbezahlten Geldverbrenner nämlich kein teures Geld für solche “Studien” (AFP) ausgeben.
“Die Medien-Bosse stehen nur vor einem Scherbenhaufen.”, heißt es auf n-tv, womit klar ist, dass man sich angesichts solcher Berichterstattung auch deren Website sparen kann.
Wer keine Kinder hat und auch nur Kinderlose kennt: Das PDF gibts bei ft.com, eine gelungene Zusammenfassung bei ZIB. Es lohnt sich, den Report anekdotischer Erkenntnis zu lesen und mit dem zu vergleichen, was die Online-Medien daraus gemacht haben. Meine Zusammenfassung: Möglichst gratis oder wenigstens billig, trotzdem ohne Werbung. Quelle Erkenntnis! Sollte jemand eine Studie kennen, aus der hervorgeht, das irgendjemand möglichst teure Medien mit möglichst viel Werbung haben möchte, sage er mir bitte Bescheid.
Juli 15, 2009 at 5:09 nachmittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar
In sozialen Netzwerken verblöden
Erduldet man das schrecklich anbiedernde “Du” des hippen Zielgruppenverjüngerungs-Spinoffs “jetzt”, dann ist dieser Beitrag für uns immerhin erheiternd: Sind Netzwerker faule Stücke?, worin eine Studie beschrieben wird, derzufolge Studenten, die sich auf Netzwerken rumtreiben, weniger lernen als die anderen. Aha. Und dafür braucht man Studien?
Noch ‘ne News: Leute, die soziale Netzwerke benutzen, haben Konzentrationschwierigkeiten. Kann ich übrigens alles auch ohne Studie aus meiner persönlichen Praxis bestätigen. Seit Xing. Krieg ich keinen Satz mehr hin. Der länger ist als sieben Wörter oder so. Facebook ja sowieso. Bäng! Plimm! Swooosh! Ach ne, das waren ja die Comics, die uns früher verblödeten.
Meine Lieblingsstelle in diesem jetzt-”Artikel” ist der sich an den Leser schmusig schnurrend herankuschelnde Schlusssatz, der bei mir persönlich zu Konzentrationsstörungen führt:
Wie geht es denn dir so? Hat sich deine Gehirnkapazität seit deiner Anmeldung bei den diversen Websites halbiert? Oder bist du gar besser geworden? Und was bedeutet diese Studie für dich?
Wäre die Autorin ehrlich gewesen, hätte sie dort hingeschrieben:
Hey, lies diesen Artikel bidde nich nur, das bringt uns bloss ne lumpige Page Impression. Schreib doch lieber was! Das generiert ein bisschen Content für uns, dann müssen wir keinen weiteren Mitarbeiter mehr einstellen. Viel Kleinvieh macht auch Mist. Also hopp! Und andere lesen sich dann auch Dein Zeug durch, gibt wieder ein paar Page Impressions! An die Arbeit, Leser!
Nennen Sie mich altmodisch, aber ich werde nie verstehen, warum uns Supermärkte und Tankstellen und Restaurants und Bäcker mit Selbstbedienung als Fortschritt angedreht werden. Wo man doch auch Läden haben könnte, wo einem Tante Emma was aus dem Regal heraussucht, wo Tanker Gerhard im Blaumann sich die Finger bei der Ölkontrolle schmutzig macht, wo ein Kellner die Speisen bringt und wo die Backwarenverkäuferin noch weiß, ob in dem Kuchen da Rosinen drin sind, statt auf die entsprechende Frage zu antworten: “Keine Ahnung, ich arbeite hier bloss.”
April 21, 2009 at 9:15 vormittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar
Digitale-Bilderrahmen-Hype
Digitale Bilderrahmen sind ein besonders schlimmer Hype, was sage ich: eine Pest! Ich will gar nicht wissen, wer das kauft – ja, die Oma freut sich über so was, ich weiss, aber ich will trotzdem keinen haben, auch keinen “grünen” (denn der wird als nächstes kommen).
Umso wichtiger daher der Beitrag “Alternativen zum klassischen Bilderrahmen” bei StyleSpion.

März 2, 2009 at 4:01 nachmittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar
Wenn der WLAN-Klodeckel Dünnpfiff twittert
Seit nunmehr mehr als einem Jahrzehnt lese ich regelmässig, es käme die so dringend benötigte Mikrowelle mit Internet-Anschluss. Ja, schon als Windows 95 noch Windows 4.0 hieß, schwärmte zum Beispiel Microsoft von einer Techn”ologie”ik namens Microsoft At Work, noch ganz ohne “@” fürs “At”, weil man in Redmond ja gerade AktiveDabei war, über der vor allem in Whitepapers stattfindenden Vernetzung von Faxmaschinen und Kopierern mit bräsigen Windows-for-Workgroups-3.11-PCs das Internet zu verpennen.
Seitdem alljählich: Die Mikrowelle zum Surfen kommt. Der Kühlschrank, der mitdenkt, ist da. Das WC der Zukunft begrüßt Sie persönlich – dank biometrischem Arsch-Abdruck.
Alles Bullshit. Bis auf das WC, das gibts bestimmt längst – in Japan.
Golem, die PR-Waschzettelgefütterte Wiederkäumaschine solchen Bullshits, präsentiert diese Woche: Fugoo will Uhren und Kaffeemaschinen vernetzen.
Über ein Display kann der Nutzer beispielsweise einstellen, wie feinkörnig die Maschine den Kaffee mahlen soll.
Ein Wahnsinn. An meinem 5-Euro-Toaster von Woolworth kann ich einstellen, wie braun der Toast werden soll – wie geht das, ohne “offene und modale Architektur” und ohne Display?
Es muss einen versteckten Hypnose-Trigger geben, der die 1-Cent-pro-Wort-Pickelkinder, die von Golem und anderen contentverarbeitenden Klickviehmagneten als News-Praktikanten (geworben über Stellengesuch “Portal Manager”) verheizt werden, dazu bringt, ödeste Alltagsgeräte als hippen Lifestyle zu hypen, sobald diese mehr als ein 7-Segment-Display oder ‘ne olle BNC-Buchse haben. Seltsamerweise gilt dies nicht für Nähmaschinen, obwohl diese ja inzwischen, wie sich jeder bei seiner Mama oder Oma überzeugen kann, hochtechnisierte Embedded-OS-Teile mit programmierbaren Nähmuster-Widgets sind, die unseren Müttern und Großmüttern fortgeschrittene Assembler-Kenntnisse abfordern.
PR-Tipp an Hersteller von Wasch- und Kaffeemaschinen, Duschkabinen und elektrischen Zahnbürsten, Personenwaagen und Tupperware-Klonen aller Art: Einfach mal ‘ne “Designstudie” vorstellen, in der Ihr Plastikramsch irgendwie was mit WLAN, Web oder Handy (vorzugsweise iPhone) macht, dazu ein bisschen Begriffsdropping wie “Internet der Dinge” oder “offene und modale Architektur” reinwursten, schon gibts Clippings in Jeden-Bullshit-als-allerallererster-Melder-Gadget-Blogs, Tageszeitungen und im IT-Blätterwald, ganz sicher auch bei den “News für Profis“.
Wichtig auch social web features: zum Beispiel den Fussabstreifer die Zahl der Fussabstreifungen twittern lassen o.ä.. Auch wenn das Produkt nie kommt, war die Marke in den Medien – und wen interessiert in einem Jahr noch, wer den Stuß brachte? Schlimmstensfalls kommt eine Story “Designstudien, die nie was wurden”, und da gibts dann ein weiteres PR-Clipping. Das ist derart Win-Win, dass man weinen möchte vor Glück.
Zum Abschluss noch zwei Mal Golem im Originalton. Fachlich unerreicht:
Die Internetverbindung funktioniert in beiden Richtungen.
Früher war es ja so, dass die Server im Internet per Telepathie erahnen mussten, welche Info die Endegeräte haben wollen, und diese dann schickten – damals ging die Interverbindung eben nur in einer Richtung, oder? Was haben wir gelacht. Auch bei dieser spritzigen Pointe:
Die Uhr könne so nicht nur die Zeit anzeigen, sondern erfreue den Nutzer am Morgen auch gleich mit aktuellen Börsennachrichten
Presseschau iPhone-Hype^2.0
Kaum hat Steve Jobs mal wieder seine Show abgezogen, schon nässt die frohlockende Masse ihre Schlüpfer. Ich würde mir wirklich wünschen, dass sich Medienkritiker oder wenigstens Blogger darüber mal kräftig das Maul zerreißen, aber beide sind ja vor allem Selbstdarsteller und fallen so zu 99% mit der Zielgruppe von Apple-Produkten zusammen. (Das fehlende Prozent sind Die Tapferen von Hype^2.0
Dass der schwarze Rollkragenpullover nicht mit iEiern beworfen wurde, verdankt er nur dem Umstand, dass magische Mabuse-Strahlen aus dem iPhone jeden Besitzer in ein unkritisches Bündel Dauerjubel mutieren. Denn nüchtern betrachtet sieht’s doch so aus: Neu ist UMTS – hatten andere längst. Neu ist auch GPS – allerdings ebenfalls nur bei Apple, woanders isses alt. Längere Akkulaufzeit – man könnte auch sagen, das alte iPhone hatte mangels kalifornischer Ingenieurskunst eine lächerlich kurze. Und: Es wird billiger – Geiz ist eben doch geil und der Strassenproll die neue Zielgruppe. Die Plattform für wird Entwickler geöffnet, aha, jetzt dann doch schon, 2008, gefühlte Jahrzehnte nach Symbian, Windows Mobile und sogar Blackberry? Und die 3,5-Millimeter-Klinken-Buchse ist nun – Sensationell! – sogar mit – Tada! – 3,5-Millimeter-Klinken-Steckern kompatibel, ohne dass man diese mit einem Taschenmesser nachschnitzen muss.
Kein Wunder, Herr, dass sie es hier unten das „Jesus-Handy“ nennen… Zumindest bei focus.de, denn die lassen tatsächlich den Begriff „Jesus Phone“ fallen. Bäh & zehn Euro ins Sprachklischee-Schwein! Um so bäh-er, weil beim Focus jedes zweite China-Smartphone grundlos als „iPhone-Killer“ gehandelt wird, ein Unwort, das inzwischen selbst altersstarrsinnige Phrasendrescher vermeiden. Inzwischen sind nämlich so vele iPhone-Killer angetreten, dass das iPhone töter als tot sein müsste. Doch auf 1000 Killer kommt kein Gekillter. Das iPhone ist agil, wie die diesbezügliche Buchstabendauererektion der Medien zeigt.
Das Boulevard-Digitalblatt spiegel.de meint gar, Apple „Auf dem Weg zur Mobilfunk-Weltherrschaft?“ ausgemacht zu haben. Darauf folgen zwei Seiten schwurbeliges Gebrabbbel, darunter dies: „Apple spendiert dem iPhone 3G auch ein GPS-Modul … Ob oder wie man das iPhone 3G damit als Navigationsgerät nutzen kann – die Antwort darauf blieb Jobs schuldig.“ Tja, Mensch, die bauen GPS ein und Google Maps ist ja schon drin, aber wie man damit dann navigieren kann, also hey, Du wirklich, boah, das muss jetzt mal ganz investigativ gesagt werden, das müsste der Kerl jetzt echt wirklich mal erklären.
Danke: taz.de weiß unter dem scheinbar unkritischen Titel „Liebe auf den zweiten Blick“ deutlich mehr zu sagen als die sogenannten Leitmedien. Einen einigermaßen kritischen Beitrag ringt sich auch wiwo.de ab, kann dann aber beim Fazit das Wasser der Begeisterung nicht länger halten: „Das Apple-Handy ist der ultimative digitale Begleiter – iPod, Videoabspielgerät, E-Mail, Web, Ortung und Telefon in einem.“ Hmmjau, total ultimativ. Seid ihr sicher, das andere die genannten Funktionen nicht schon seit Jahren bieten? Gab’s da nicht sogar ein bräsiges, ziegelsteinförmiges Fujitsu-Siemens-Smartphone mit allen genannten Features?
Pikant übrigens, dass der große Lauschangreifer T-Mobile weiterhin exklusiv das technisch nicht mehr ganz so rückschrittliche Designprodukt mit Frucht-Logo in Deutschland verkaufen darf. Endlich Informationsfreiheit: Wer wissen will, was Journalisten bei eBay shoppen & verkloppen oder wie ihre GPS-Ortungsspur der letzten Wochen aussieht, braucht sich nur an den rosa Vorratsdatensammler zu wenden, Gerichtsbeschluss nicht notwendig. Zumindest Terroristen werden das schnieke Trend-Fon daher wohl eher meiden, weshalb damit zu rechnen ist, dass eingefleischte Apple-Katholibans bald alle (nur “neidischen”!) iPhone-Nörgler als Terroristen wegsperren lassen. Bis dahin sei wegen der eingangs erwähnten Mabuse-Strahlen geraten, sich in der Nähe von Apple-Geräten Aluminiumfolie um den Kopf zu wickeln.
Am Polyluxus wird gespart
Tita von Morschbrösel zu Rieselkalk muss einpacken, das Zeitgeist-Format polylux wird eingestellt, weil eingespart. Wer die gefühlt dauerschwangere Blaublüterin vermisst, findet auf www.polylog.tv noch ein paar Reste zum Angucken. Man kann das polyluxe Lifestyle-Geblubber zweifellos blöd, überflüssig und überhyped finden, doch Informationen zum nicht eingestellten Musikantenstadl gibts unter anderem hier. Gerne möchte ich meine GEZ in Münzen irgendjemandem an den Kopf werfen…
Schäbige Adventskalender
Noch ein Hype: Werbe-Adventskalender. Völlig unverständlich, warum Firmen sowas verschenken. Ein schäbiges Monster wie das hier stellt sich doch niemand in die Bude. Das frisst man an einem Nachmittag leer und haut das Ding auf den Müll. Werbewirkung: Null.
(Schäbiger Adventskalender freundlicherweise gestiftet von: Peugeot. Hatte ich auch mal einen, 205 oder so. Sprang nie an, die Scheisskarre.)
Dezember 10, 2007 at 8:03 vormittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar
Hinweis
Nicht vergessen: Gestern war Nikolaus!
Oder sagt man heute “knechtr rupprechtr beta”?
“santaVZ“?”nik.ola.us“?
Dezember 7, 2007 at 12:01 vormittags /aw/ Hinterlasse einen Kommentar

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