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1 Paar ungeordnete Gedanken zu Piraten

Schreiben ist kein Geschäftsmodell mehr” provoziert man auf Meedia.de, und wie man an den ersten Kommentaren sehen kann, sind viele Leser offenbar nicht mehr in der Lage, zwischen dem Ergebnis journalistischer Arbeit und dem Ergebnis ihrer Eingabe von <irgendwas> bei Google zu unterscheiden. Verständlich, dass die gleichen Leute dann sagen, man bräuchte diese Arbeit gar nicht. Als Ursache für ihren Irrtum mag ich aber ausmachen, dass sich diese Leser bereits im Prozess der digitalen Verblödung befinden, weil sie ausschliesslich Online-Medien im Boulevard-Bereich konsumieren und schon lange nicht mehr, wenn überhaupt jemals, einen richtigen Artikel außerhalb des Boulevard gelesen haben. Denn hätten sie das getan, wüssten sie, wie ein recherchiertes Stück aussehen kann und wie viel Vergnügen es bereitet, ein solches zu lesen.

Ursache für diese unqualifizierte Aburteilung ist einerseits, dass viele schon gar nicht mehr wissen, warum Zeitungen so aussehen, wie sie aussehen. (Oder was der Unterschied zwischen DVD und Kino ist.) Und natürlich, dass ein Grossteil der Medien – online wie offline – tatsächlich nur schnell zusammengehauenen Schund liefert. (Man braucht sich ja nur mal meedia.des kritische Interviews anzusehen.) Was kein Wunder ist, denn für wenig Geld kann man ja nur Light-Text produzieren, siehe obigen Beitrag.

Doch Schreiben hat deswegen noch lange nicht sein Geschäftsmodell verloren. Vielmehr hat “Online” bisher noch nie Geschäftsmodell gehabt (außer schlecht bezahlter und blockierbarer Werbung), weil Online nicht in der Lage ist, die Tauschaktion (Geld gegen Ware) zwingend durchzusetzen, anders als zum Beispiel der Konsum einer Currywurst, bei dem selten die Frage aufkäme, ob man sie nicht auch einfach klauen könne.

Daher hat allein “Online-Schreiben” kein Geschäftsmodell, jedenfalls nicht, solange das selbe oder ähnliche Geschriebene andernorts umsonst zu haben ist. Umsonst ist es zu haben, solange 1. genug VC und anderes Spielgeld zirkuliert, um zahlreichen Online-Unsinn zu finanzieren (ich finde ja, wir brauchen noch ein paar weitere social networks), und es 2. genug Leute gibt, die sich für solche Medien ausbeuten lassen (“white labeled content”-Zulieferer, Nebenberufs-Freie) und es 3. keine klare Gesetzgebung und deren harsche Umsetzung gibt, die den Diebstahl von Texten in die Schranken weisen.

Denn die Wahrheit ist, dass es nicht wenige Online-Medien gibt, die eigentlich nicht schlecht leben nur davon, dass sie auf im Kern unverblümt gestohlene oder gestohlene und nur leicht variierte mediale Produkte ihre Werbung drauf kleben. Einige unter ihnen geben das mit Hinweise “via <Quelle>” wenigstens (oder dreisterweise) zu, aber das macht es nicht besser. Als Musterbeispiel aus dem Bewegtbildbereich seien all die YouTubes angeführt, die ihre Attraktivität zum großen Teil gestohlenen Inhalten verdanken und noch nicht mal eine Quelle nennen.

Das Geschäftsmodell des Medieninhalteverkaufs lässt sich im Internet (derzeit) nicht durchsetzen, zugleich lässt sich der Diebstahl von Medieninhalten (derzeit) nicht verhindern (zumindest tut es keiner, kein Anwalt und kein Medienverleger), weder technisch noch juristisch. Letzteres liegt allein daran, dass der Sachverhalt global und lokal zugleich ist, so dass sich immer technische und juristische Schlupflöcher auftun – allein wegen dieser Probleme existiert so was wie YouTube noch, wo ich, wenn ich ein beliebiges Musikstück hören will, einfach seinen Titel eingebe und es garantiert geliefert kriege, ebenso garantiert ohne Zustimmung des Urhebers oder Copyright-Inhabers.

Zugleich haben wir in D soeben die Piratenpartei zu Wahl zugelassen. Sie steht de facto für den Wunsch vieler Medienkonsumenten, Medieninhalte anonym, kostenlos und werbefrei konsumieren zu können, anders gesagt für den verständlichen Wunsch, weiterhin Medieninhalte ungestraft stehlen zu können. Wäre es so einfach, iPhones und Fahrräder zu klauen, wie es einfach ist, Medieninhalte zu rauben, hätten wir alle iPhones und Fahrräder. Die Piratenpartei ist nun angetreten um zu verhindern, dass Hersteller von iPhones und Fahrrädern Maßnahmen ergreifen dürfen, damit ihnen iPhones und Fahrräder nicht mehr geklaut werden.

Die Medien wiederum haben nicht genug Standing, um dies eindeutig auszusprechen und die Feigenblättchen der Piraten zu enttarnen, natürlich weil sie damit nicht im Interesse ihrer Leser handeln würden, denen sie ja seit Jahren vermitteln, wie man mit weniger Mitteln mehr rausholen kann, hier ein Schnäppchen machen, etc.

“Das Recht des Einzelnen, die Nutzung seiner persönlichen Daten zu kontrollieren, muss gestärkt werden.”, schreibt die Piratenpartei bei “Unsere Ziele“. Das Recht des einzelnen Autoren, Journalisten, Dichters, Musikers, Saxophonisten, Werbetexters, Filmemachers, Drehbuchautors, Fotografen, Erfinders, Software-Entwicklers ist denen, die tatsächlich ganz unverblümt ihre Piraterie auf der Fahne tragen, dabei völlig egal, es geht ihnen allein um das Recht des einzelnen Medieninhaltediebes. Denn von denen gibts es mehr mit Wählerstimmen, als es Medieninhaltehersteller mit Wählerstimmen gibt.

(Ich möchte betonen, dass ich die anderen Piraten, nämlich die Verleger von Medieninhalten, ausführlich ausklammere, den die wären einen eigenen Diskurs wert, und der müsste mit großer Keule geführt werden; Medieninhaltehersteller sind für mich ausschliesslich jene Personen, die einen Arbeitstag damit verbringen, Medieninhalte herzustellen, und die am Ende des Arbeitstages ein Recht auf einen Teller Suppe haben, denn dafür haben sie einen klugen Text geschrieben, ein informatives oder erbauendes Bild fotografiert, ein heiteres Lied geschrieben oder sonstwas nützliches getan. Wir würden all die Medien ja nicht konsumieren, wenn wir das nicht irgendwie wollen und gut finden würden, oder?)

Meine Lösung lautet, einfach so weiterzumachen wie bisher und zu warten, bis der Markt sich bereinigt. Denn wo liegt eigentlich das Problem? Die Klickzahlen der Meister des Online-Gossip sind doch fabelhaft. Und wenn nicht, dann sollen sie bitteschön dicht machen (oder staatliche Hilfe beantragen, die Piraten aus den Banken und die Millionengehälter einstreichenden Auto-Fritzen können das ja auch, selbst Parteien wie die Piratenpartei dürfen auf Wahlkampfhilfe aus der Steuerkasse hoffen, sprich aus jenem Topf, in den auch Medieninhaltehersteller, zum Beispiel Autoren, einzahlen). (Apropos staatliche Hilfe: Das wäre sogar sehr fair! Medieninhaltehersteller, die für ARD, ZDF und so weiter arbeiten, werden ja ebenfalls durch ein steuerähnliches Zwangskonstrukt bezahlt – man könnte das ja ausweiten…)

Wenn die Medieninhalte klickzahlenmäßig gesehen erfolgreicher Formate journalistisch gesehen nur minderwertige Ware darstellen, dann spricht das doch eine deutliche Sprache. Der Leser WILL diesen Ramsch, und neunmalkluge Kommentatoren mit Sätzen wie “Versierte Internetnutzer sind kaum noch auf die Monopolstellung der ’4. Macht’ im Staat angewiesen – und ich finde das gut!” (welche Monopolstellung denn?) oder “Wofür bitte schön sollten sie denn dann bezahlt werden? Diesen Datenmüll kann sich jeder User selber ziehen.” kennen einfach nichts anderes als diesen Ramsch. Sie verdienen auch nichts anderes, weil sie für nichts anderes bezahlen. Genauso gut könnte man RTL2 gucken und sich darüber beklagen, es gäbe so wenig Arthaus-Spielfilme.

Ich bezweifle nicht, dass keineswegs alle potentiellen Leser dumm sind. Die Klügeren unter ihnen, die mehr lesen wollen, als eine Google-Recherche oder Wikipedia ihnen bieten könnten, werden sicher irgendwann Geld dafür ausgeben, dass andere ihre Zeit damit verbringen, für sie etwas interessantes zu recherchieren, zu schreiben, zu dichten, zu fotografieren, zu programmieren, zu komponieren oder zu filmen. Das passiert ja auch heute Millionenfach, ja, die Leute legen sogar Geld für die BILD hin.

Bei Qualitätsmedien wird es nur leider in Zukunft etwas mehr Geld kosten, weil es an Einnahmen in der Masse fehlt (die Masse zieht sich ja derweil den Gratis-Newsmüll rein) und die Werbetreibenden sich aus dem Spiel entfernt haben werden, weil ihnen AdWords genügen.
Anders gesagt: Meiner Meinung nach ist das künftige Aufkommen des derzeit allenthalben bloß propagierten Qualitätsjournalismus eine zwangsläufige Begleiterscheinung des derzeit allenthalben real anzutreffenden Schundboulevards, und er wird noch geraume Zeit auf Papier stattfinden, weil das ein bewährtes Micropayment-System mit eingebauter, knebelfreier DRM besitzt.

Nicht zuletzt sehe ich auch viel Potential bei Verlagen. Die Dummheit, mit der so mancher Anzeigenverkauf unterwegs ist, lässt sich vermeiden – damit hätte man so manchen Titel retten können (ja, ich weiß, wovon ich hier spreche). Etwas verstaubte Titel kann man auf Vordermann bringen, aber dazu bedarf es halt inhaltlicher und personeller Entscheidungen; doch viele Verlage arbeiten mit Hierarchien, die eher denen in Geheimlogen gleichen – es ist teils so lächerlich, dass ich die 5 Euro ins Phrasenschwein gerne gebe dafür, dass ich hier wirklich die Phrase der “verkrusteten Strukturen” bemühe, die vielleicht sogar eher versteinert sind. Die Distanz zwischen Print- und Online-Abteilungen kann man verringern und aufheben, bis klar ist, dass überhaupt kein Artikel mehr nur für das eine oder andere Medium geschrieben wird, sondern stets für beide – nur eben unterschiedlich präsentiert. Vielleicht wird einigen Verlegern auch mal aufgehen, dass sie sich ernsthaft Gedanken machen müssen, ob sie die nächste Vertriebsrevolution wieder Google, Amazon und Apple überlassen wollen oder zur Ausnahme mal selber ihren Arsch hochkriegen – na schön, das war jetzt sicher utopisch gedacht.

Ja, äh, Gedanken, ungeordnet, wie angekündigt.

Juli 18, 2009 at 7:50 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

The Sky is the Limit

Ich saß heute snackend im Yum und wunderte mich über allerlei Gedöns und Radau. Irgendwas mit ‘Sky‘. – Ach ja richtig, die wollten ja den Premiere-Nachfolger Sky launchen, heute Nacht soll das passieren. Und sie haben dafür ganz offensichtlich richtig Patte hingelegt, denn die Schrannenhalle ist zwar pleiter als die BRD, aber sie war zu diesem Anlaß so fein rausgeputzt, dass ich schon Angie, Obama oder eine Michael-Jackson-Trauergala vermutete.

Nun, ich habe Premiere immer für überflüssig gehalten, weil TV erstens blöd macht, zweitens unterstütze ich lokales Business und gehe in die Videothek und drittens habe ich ja schon ein Pay-TV, nämlich die öffentlich-entrechtenden Sender, die mir via GEZ Kohle abknöpfen und es dann auch noch wagen, sich selbst “Free-TV” zu nennen (Zitat Claus Kleber, angeblich Journalist, bei diesem Ausspruch aber wohl eher PR-Scherge). Aber egal.

Lese dennoch neugierig nach, was nun passieren wird: Von Millionenkampagnen ist da die Rede, ganze 100 Millionen sollen “investiert” werden. Kicher! Sind das etwa die selben Millionen (möglicherweise schon Milliarden), die man seit Jahren schon mit Premiere verludert?

100 Millionen … für so viel Geld kann man ganz viel Party machen. Zu den rund 700 geladenen Gästen gehörten daher unter anderem Hollywoodstar Samuel L. Jackson, Boxer Vitali Klitschko und Fussballgott Franz Beckenbauer, heißt es.

Na, das wird ganz sicher jeden Max Mustermann davon überzeugen, sich sofort ein Abo zu reißen [ans Hirn faß'].

Juli 3, 2009 at 5:12 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

Warum ich von simyo abrate

Ab und zu ziehe ich mal um und suche einen Nachmieter oder ich habe auf eine andere Weise einen Grund, meine Telefonnummer in die Zeitung zu setzen. Weil ich natürlich nicht wahnsinnig bin, setze ich nicht meine Standardnummer in die Zeitung. Zu diesem Behufe erwarb ich eine simyo-Karte. Auch deshalb, weil ich mich aus verschiedenen Gründen ab und zu selbst anrufen muss.

Allerdings tat ich das vor Jahren, und es ist wohl auch etwas her, dass ich sie zuletzt benutzte. Nun brauchte ich sie genau JETZT, und sie ging nicht. Ich wollte mich einloggen, um zu prüfen, wo das Problem liegt, aber simyo behauptete, ich sei gar kein Kunde, die Mobilnummer (die meiner simyo-SIM-Karte) existiere nicht. Darüber wollte ich mich beschweren. Als simyo-Kunde durfte ich das aber nicht, denn als solchen erkannte simyo mich nicht an. Als nicht-simyo-Kunde konnte ich es tun, obwohl ich ja Kunde bin, allerdings existierte kein entsprechender Betreff wie “simyo-SIM-Karte wurde überraschend und ohne Ankündigung deaktiviert”, denn so war es ja.

Der Support reagierte sogar zeitnah.

“Nach Überprüfung Ihrer Daten haben wir festgestellt, dass Ihre simyo SIM-Karte am 20.10.2008 deaktiviert wurde.”
Nicht “wurde”, meine lieben simyos. Ihr habt sie aktiv & willentlich deaktiviert.

“Eine einmal deaktivierte simyo SIM-Karte kann nicht wieder reaktiviert werden.”
Ist ja wohl nicht meine Schuld. Und glauben tue ich das auch nicht. Wer sollte denn willentlich ein solches Feature in sein System einbauen? Etwa jemand, der damit verdienen will, dass man sich ne neue Karte kaufen muss?

“Sie können Ihr simyo Guthaben so lange nutzen, wie Ihre simyo SIM-Karte aktiv ist.”
Also jetzt nicht mehr.

Was mit meinem Guthaben passiert ist, erwähnt die Mail keine Sekunde lang. Es wurde verschluckt. Es ist weg. Futsch, im Eimer. Abgesaugt von der Firma simyo, die mit “Ohne Vertragsbindung, ohne Grundgebühr, ohne Mindestumsatz” wirbt, aber nach 12 Monaten MEIN Guthaben zu ihrem eigenen Guthaben macht, ohne dafür eine Dienstleistung zu erbringen, abgesehen von der, dafür auch noch meine Karte unreaktivierbar zu deaktivieren. (Ein ähnliches Raub-Verhalten findet sich übrigens bei der Firma Skype)

Natürlich könnte man für die xundzwanzigfuchzig Euro vor Gericht ziehen, macht aber natürlich niemand, hat auch keinen Zweck. Daher sei es nur im Blog erwähnt mit der aktiven Aufforderung an alle, schlechte Erfahrungen mit Abzocke alle Art auf ähnliche Weise zu publizieren. (Hier noch der Link zur Google-Suche abzocke simyo.)

Kommentare der Art “Hätteste halt das Kleingedruckte gelesen” möge man sich bitte sparen. Meine Meinung zu Kleingedrucktem ist, dass man es auch gross drucken könnte, wenn man keine schurkischen Absichten zu verbergen trachtet. Und schlechte Konditionen klein zu drucken macht die Konditionen nicht besser.

Februar 28, 2009 at 6:45 nachmittags 5 Kommentare

Trend: bullshit prediction

Wer sich auf www.trendbook2010.de über das totale .de-ige GET THE TRENDBOOK zu DOWNLOAD EXTRACT durchklickt und das hip gestylte Book downloadet und readet, ist bereits Part des hiermit von mir microgebroadcasteten Nano-Trends der “bullshit prediction”, möglicherweise auch eines “brabbel avoiding”.

Hochwertiges Printprodukt

Wer sich den Zusammenfasser durchliest, erkennt schnell, dass er sich die 98 Schleifen für ORDER PRINT-VERSION sparen kann, denn wer “To Go” und “WEB 2.0″ (in Grossbuchstaben!) als Trend des übernächsten (!) Jahres ausmacht, ist einfach too mutig für mich. Natürlich werden sich die Agenturschnösel an derlei Werken die Geldbeutel wund shoppen, um noch vörnerer dranner zu sein als ohnehin schon. #Buyable pico enlightenment.

Januar 19, 2009 at 7:00 vormittags Hinterlasse einen Kommentar

Dezemberumfrage: Finanzkrise

Die Finanzkrise ist in aller Munde, wie eine gigantische Immobilien-Megafritte, die man sich gierig ins Maul gestopft hat, und die nun zu heiß ist zum Schlucken und zu groß zum Kauen, aber Ausspucken will man sie auch nicht, denn der Megafrittismus kann kein Irrtum gewesen sein. Daher fragt unsere Hype-2.0-Dezemberumfrage zur Stärkung der Binnennachfrage:

[poll id="4"]

Dazu dieser Hinweis aus dem Restaurant Seehase am Wannsee nahe Berlin:

Warum die Rechnung zu hoch ist

Apropos Konsumgutscheine: [ironie]: Hätte es schon viel früher geben müssen. Ich bräucht echt mal n neuen Hummer.[/ironie]

Dezember 8, 2008 at 6:41 vormittags 3 Kommentare

Surftipps (14.08.08)

  • Erster virtueller Musiker (Second Life) erhält einen Plattenvertrag
  • Britische Polizei verbreitete Pornolink per Flugblatt
  • EU-Koordinator für Terrorismusbekämpfung warnt vor Geldwäsche in virtuellen Welten
  • Frau verhökert Slip ihrer Nebenbuhlerin im Internet

August 14, 2008 at 5:00 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

Hilfe, ich bin reich!

iPhone-Benutzer, ja Apple-Nutzer ganz allgemein, haben den Ruf, geltungssüchtige Einfaltspinsel zu sein, die gerne mehr zahlen, um von der Last essentieller Funktionen befreit zu werden. Beachten Sie dazu bitte auch unseren Poll am Ende des Posts…

Dass das blanker Unsinn ist, beweist die Erfolgsbilanz der iPhone-Anwendung “I am Rich“. Wer das Tool aus dem App Store shoppte, blätterte dafür schlappe 999 US-Dollar hin. Der Funktionsumfang: Die Applikation zeigte an, dass sie installiert war, sonst nichts. Sie signalisierte also, dass der Inhaber es sich leisten konnte, 1000 Dollar für Bullshit auszugeben. Früher hat man die Scheine verbrannt, um sich damit Zigaretten anzuzünden – das wirkt im Vergleich weniger dekadent.

Doch haben Millionen, von weißem Plastik verdummte Idioten es gekauft? Eben nicht! Nur acht Vollpfosten aus aller Welt erleichterten sich selbst um umgerechnet 800 Euro. Die aber sind besonders bescheuert: »Ich habe spaßeshalber auf den Kauf-Button geklickt und bin nun 999 Dollar los.«, zitiert die Computer Reseller News einen der Low-Brainer. HA HA HA, man klickt halt auch nicht “spaßeshalber” auf “Kaufen”, Mann!

Apple hat die Anwendung, übrigens Made in Germany, aus dem App Store genommen. Entweder ist das [Paranoia] ein weiterer Beweis für den unverhohlenen US-Wirtschaftskrieg gegen deutsche Software-Anbieter [/Paranoia]. Oder man schätzt den IQ der eigenen User als nicht besonders hoch ein. Letzteres klingt deutlich plausibler, immerhin gibt es “Anwendungen” für das iPhone, bei denen man für 8 Euro den virtuellen Sand eines virtuellen ZEN-Steingartens rechen kann.

Man denke auch an das MacBook in Schwarz, das bei gleichen technischen Daten mal eben 200 Euro mehr kostet als das weiße (Unterschied: 90+ GByte auf der HD, aber die machen keine 200 Euro aus!). Auch hier zeigt der Käufer mit der schwarzen Farbe nur, dass er sie sich leisten kann – „I am Rich“ kann also als Prototyp einer wahrhaft Apple’schen Anwendung gelten.

P.S.: Kritik an Apple-Produkten wird von den Fans meist damit niedergeschrien, man sei nur neidisch. Daher oute mich hiermit als Besitzer zweier Macs. Bliebe nur noch der mögliche Vorwurf, ich sei nur neidisch auf jene, die 800 Euro für „Nichts“ ausgeben können. Tja, äh, was soll ich sagen: ja!

[poll id="2"]

August 11, 2008 at 7:59 vormittags Hinterlasse einen Kommentar

Skype freut sich diebisch beim Abkassieren

Seit etwa einem Jahr habe ich 9,96 9,70 Euro Guthaben bei Skype, weil ich halt irgendwann mal einen Outcall brauchte. Skype weist mich seit einigen Tagen darauf hin, heute, Donnerstag, würde mein Guthaben verschwinden, wenn ich es nicht endlich ausgebe. Diese Logik darf man sich auf der Zunge zergehen lassen wie Hundekot: Wir reden hier nicht über “Guthaben” wie in “Gutschein”, sondern wie in “Harte 10 Euro eingezahlt”. Entschuldigung, dass ich kein Vieltelefonierer bin.

Na, egal. Soeben, Donnerstag, kurz nach 22 Uhr, starte ich Skype, um Geld auszugeben, um Geld zu sparen. Leider ticken bei Skype die Uhren wohl anders, denn: meine Kohle ist weg, Skype hat mich bestohlen. Ich kann daher nur jedem davon abraten, sich den türkisfarbenen Geldabsauger auf den Rechner zu holen.

Nachtrag: Ob Skypes Zwangsnutzungsregeln rechtens sind, darf zumindest laut lawblog und unfehlbar bezweifelt werden, das Problem hatten laut Skype-Forum auch andere – schön zu wissen, dass man nicht der einzige Trottel ist.

Mai 22, 2008 at 9:20 nachmittags 2 Kommentare

Freiheit für alleinerziehende Mütter

Durch die neuen Bestimmungen zur Vorratsdatenspeicherung dürften vor allem unseren Freunden aus der Musikindustrie die Wutpickel sprießen. Denn nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgericht sind die Internet-Provider zur Herausgabe von IP-Adressen nur dann verpflichtet, wenn “schwere Straftaten” vermutet werden – das Herunterladen von Songs aus Tauschbörsen zählt jedenfalls bisher nicht dazu.
Schwere Zeiten also für die Kopfgeldjäger der Dieter-Bohlen-Britney-Spears-Industrie – doch unser Mitgefühl hält sich in Grenzen: Im Zweifel halten wir eben eher zu den alleinerziehenden Müttern da draußen.

März 20, 2008 at 11:50 vormittags Hinterlasse einen Kommentar

Freie Musik macht 160.000 Euro am Tag

Update zum “Die KaZaA-Generation“-Beitrag: Scheinbar lässt sich mit dem kostenlosen Musikvertrieb übers Internet doch Geld verdienen. Zumindest, wenn der Urheber Trent Reznor heißt.
Der hat nun laut Ars Technica 750.000 US-Dollar mit seinem vierteiligen Album “Ghosts I-IV”eingenommen. Der Clou: Lediglich der erste Teil ist kostenlos übers Netz zu holen, für 300 Dollar gab’s aber etwa auch das “Ultra-Deluxe Limited Edition Package” (inkl. Doppel-Audio-CD, Daten-DVD zum Selbstremixen, Fotobuch und anderem Krimskrams).
Angestachelt von der heißen Produktbezeichnung, räumten 2.500 Kunden dieses Regal innerhalb von drei Tagen gleich leer – und bescherten Herrn Reznor Tageseinnahmen von 250.000 US-Dollar (circa 160.000 Euro).
Das Beste daran: Er muss keinen Cent an überhebliche Plattenbosse oder hibbelige Marketing-Fritzen ausgeben. Respekt!

März 7, 2008 at 3:49 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

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