Artikel getaggt mit ‘design’
Digitale Bilderrahmen sind ein besonders schlimmer Hype, was sage ich: eine Pest! Ich will gar nicht wissen, wer das kauft – ja, die Oma freut sich über so was, ich weiss, aber ich will trotzdem keinen haben, auch keinen “grünen” (denn der wird als nächstes kommen).
Umso wichtiger daher der Beitrag “Alternativen zum klassischen Bilderrahmen” bei StyleSpion.
März 2, 2009 at 4:01 nachmittags /aw/
Seit nunmehr mehr als einem Jahrzehnt lese ich regelmässig, es käme die so dringend benötigte Mikrowelle mit Internet-Anschluss. Ja, schon als Windows 95 noch Windows 4.0 hieß, schwärmte zum Beispiel Microsoft von einer Techn”ologie”ik namens Microsoft At Work, noch ganz ohne “@” fürs “At”, weil man in Redmond ja gerade AktiveDabei war, über der vor allem in Whitepapers stattfindenden Vernetzung von Faxmaschinen und Kopierern mit bräsigen Windows-for-Workgroups-3.11-PCs das Internet zu verpennen.
Seitdem alljählich: Die Mikrowelle zum Surfen kommt. Der Kühlschrank, der mitdenkt, ist da. Das WC der Zukunft begrüßt Sie persönlich – dank biometrischem Arsch-Abdruck.
Alles Bullshit. Bis auf das WC, das gibts bestimmt längst – in Japan.
Golem, die PR-Waschzettelgefütterte Wiederkäumaschine solchen Bullshits, präsentiert diese Woche: Fugoo will Uhren und Kaffeemaschinen vernetzen.
Über ein Display kann der Nutzer beispielsweise einstellen, wie feinkörnig die Maschine den Kaffee mahlen soll.
Ein Wahnsinn. An meinem 5-Euro-Toaster von Woolworth kann ich einstellen, wie braun der Toast werden soll – wie geht das, ohne “offene und modale Architektur” und ohne Display?
Es muss einen versteckten Hypnose-Trigger geben, der die 1-Cent-pro-Wort-Pickelkinder, die von Golem und anderen contentverarbeitenden Klickviehmagneten als News-Praktikanten (geworben über Stellengesuch “Portal Manager”) verheizt werden, dazu bringt, ödeste Alltagsgeräte als hippen Lifestyle zu hypen, sobald diese mehr als ein 7-Segment-Display oder ‘ne olle BNC-Buchse haben. Seltsamerweise gilt dies nicht für Nähmaschinen, obwohl diese ja inzwischen, wie sich jeder bei seiner Mama oder Oma überzeugen kann, hochtechnisierte Embedded-OS-Teile mit programmierbaren Nähmuster-Widgets sind, die unseren Müttern und Großmüttern fortgeschrittene Assembler-Kenntnisse abfordern.
PR-Tipp an Hersteller von Wasch- und Kaffeemaschinen, Duschkabinen und elektrischen Zahnbürsten, Personenwaagen und Tupperware-Klonen aller Art: Einfach mal ‘ne “Designstudie” vorstellen, in der Ihr Plastikramsch irgendwie was mit WLAN, Web oder Handy (vorzugsweise iPhone) macht, dazu ein bisschen Begriffsdropping wie “Internet der Dinge” oder “offene und modale Architektur” reinwursten, schon gibts Clippings in Jeden-Bullshit-als-allerallererster-Melder-Gadget-Blogs, Tageszeitungen und im IT-Blätterwald, ganz sicher auch bei den “News für Profis“.
Wichtig auch social web features: zum Beispiel den Fussabstreifer die Zahl der Fussabstreifungen twittern lassen o.ä.. Auch wenn das Produkt nie kommt, war die Marke in den Medien – und wen interessiert in einem Jahr noch, wer den Stuß brachte? Schlimmstensfalls kommt eine Story “Designstudien, die nie was wurden”, und da gibts dann ein weiteres PR-Clipping. Das ist derart Win-Win, dass man weinen möchte vor Glück.
Zum Abschluss noch zwei Mal Golem im Originalton. Fachlich unerreicht:
Die Internetverbindung funktioniert in beiden Richtungen.
Früher war es ja so, dass die Server im Internet per Telepathie erahnen mussten, welche Info die Endegeräte haben wollen, und diese dann schickten – damals ging die Interverbindung eben nur in einer Richtung, oder? Was haben wir gelacht. Auch bei dieser spritzigen Pointe:
Die Uhr könne so nicht nur die Zeit anzeigen, sondern erfreue den Nutzer am Morgen auch gleich mit aktuellen Börsennachrichten
Januar 12, 2009 at 7:22 vormittags /aw/
Krise, welche Krise? Kaum hat das neue Jahr begonnen, BOING!, schon brechen hier die Ideen rein und das Web 2.0 startet durch, mit Businessideen, die man so noch nie gesehen hat.

fröhlich-emotionales Webdesign bei OurMovies.DE
Den Start(up) macht
OurMovies.DE, man beachte das modische Gross-DE am Ende. Was macht der
Facebook-Killer, der MySpace und Xing vom Erdboden fegen wird?
OurMovies.DE ist eine neue Webseite und führt das fort, was andere Social Networks vergessen haben. Wie oft sind schon intensive Gespräche einem gemeinsamen Lieblingsfilm entsprungen?
Ja, ne, is klar, ne. Aber dafür gleich ‘n social network gründen? Hat sich etwa euer VC im Silvestersuff seine letzten “Spice”-Reste reingeraucht?
Lerne Gleichgesinnte und deren Lieblingsfilme kennen und vielleicht kann man einen Film auch mal zusammen ansehen.
Einen Film zusammen ansehen. Was für ne ungewöhnliche Idee. Was haben wir nur gemacht, ehe es OurMovies.DE gab?
Januar 6, 2009 at 7:00 vormittags /aw/
WAHNSINN! Deutschlands gefühlt allerältest designte Troll-Plattform heise.de hat gerelauncht! Das heisst, man benutzt jetzt nicht mehr HTML 3.0 und die Fonts, die schon Gutenberg zum Hals raushingen. Leidet, wie so oft, der Inhalt, wenn der Hersteller die Verpackung aufhübscht? Leider ja. So heißt es in der entsprechenden Eigenmeldung:
Das bisherige dreispaltige Layout wurde auf zwei Spalten reduziert: eine für Nachrichten und eine für weiterführende Angebote auf heise online.
Hype^2.0, letztes investigatives Magazin in Deutschland, hat nachgezählt und kommt zu einem ganz anderen Ergebnis. Es handelt sich um VIER Spalten. Eine für Text, zwei Spalten innerhalb der Spalte, die heise.de als “weiterführend” bezeichnet, und eine Spalte für Google-Anzeigen. Ha! Schwindler!
August 12, 2008 at 11:25 vormittags /aw/
Treibt der Genuss von Milch amerikanische Flash-Designer in den Wahnsinn? Ja!, wie man auf whitegoldiswhitegold.com deutlich sehen kann. Sind Sie ein Deutscher Spießer? Ja!, wie jeder selbst festellen kann, der sich vorstellt, wie ein Pendant zu ‘White Gold’ aus der deutschen Milchwirtschaft aussehen würde…
April 21, 2008 at 10:06 vormittags /aw/
2007 schaukelten sich für ein paar Tage die meinungspolitischen Wogen zum Thema “Generation Praktikum” hoch (damals noch als Aufmacher in einer Zeit-Ausgabe) – und Bildungsministerin Annette Schavan versprach wahlkampfgetreu Besserung.
Ein Jahr später drängt sich nun die kaum verwunderliche Erkenntnis auf: Getan hat sich nichts. Speziell für Abiturienten oder Hochschulabsolventen, die “was mit Medien” machen wollen, ist die Aussicht auf eine Festanstellung verhagelt getrübt.
Einen Beweis dafür liefert der Free-TV-Sender ProSieben, dessen Stellenausschreibungen derzeit ohne das Stichwort “Praktikant” so gut wie gar nicht gefunden werden. Hier die derzeit offenen Jobs der Fernsehanstalt inklusive der zugehörigen SevenOne Media GmbH: Praktikant/in im Bereich AdOn Conceptions, Praktikant/in Prize Sponsoring, Praktikant/in Mediaplanning & Services, Praktikant/in Format Research, Praktikant/in Games Marketing, Praktikant/in für Presse und PR, Praktikant/in Strategische Programmplanung, Praktikant/in Chefredaktion (Information & Magazine), Praktikant/in Design & Print Services, Praktikant/in Customer Relationship Services, Praktikant/in Product Management International, Praktikant/in im Bereich „Face Your Brand“, Praktikant/in Redaktion talk talk talk, Praktikant/in TV Advertising Management, Praktikant/in Werbe- und Onlineforschung, Praktikant/in Marketing, Praktikant/in Frontendentwicklung, Praktikant/in DokuCenter, Team Dokumentation, Praktikant/in Dokucenter, Team Administration, Praktikant/in Personalmanagement Broadcast & IT, Praktikant/in OnAir Promotion / Trailer – Bereich Text/ Konzeption, Praktikant/in Controlling, … Die Liste ließe sich noch mehr als verdoppeln.
Insofern, schöne Grüße in den Münchner Mediapark und ein sonniges “We love to exploit you!“.
April 18, 2008 at 12:45 nachmittags mmzweinull
Danke an www.designtagebuch.de, die hier zeigen, wie der Frass wirklich ausschaut, den uns Hype-Werbung und -Verpackung als schmackhaft verkaufen wollen. Auch nicht schlecht: diese durcklickbare Sammlung von Packungs-Realitäts-Duellen…
April 8, 2008 at 1:02 nachmittags /aw/
Betty, die interaktive Fernbedienung, ist vom Tisch: Am 30. November, stellt der Dienst seinen Dienst ein.
Auf den ersten Blick war „die Betty“ nur eine gewöhnliche High-Tech-Fernbedienung mit vielen bunten Knöpfen. Auf den zweiten Blick steckte aber noch mehr drin: ein Display und darunter Cursor-, Auswahl- und Abstimmtasten (A, B, C, D und OK). In diesen Bedienelementen steckte angeblich alles, was für das „Fernsehen 2.0“ nötig war.
Im Display zeigte sich eine Frage oder Aufforderung wie „Drücken Sie jetzt eine der Tasten A, B, C oder D und dann OK“, und der Kunde, der 40 Euro für die Betty abgedrückt hatte, konnte das dann tun. Tolle Sache, um zum Beispiel bei Quizshows im Fernsehen mitzuraten, wie viel Gramm Haare sich Muhammad Ali vor seinem Boxkampf gegen Joe Frazier bei der morgendlichen Rasur aus dem Gesicht geschabt hatte. Oder um während der Werbepause auf „OK“ zu drücken, wenn die Fernbedienung fragt: „Wollen Sie das Tampon, dessen Werbespot Sie gerade sehen, auch gleich bestellen?“ Voll interaktiv. Fernbedienung 2.0. Der helle Wahnsinn.

In ihrem Heimatland, der Schweiz, war die Betty angeblich höchst erfolgreich. In Deutschland wollte, auf Deutsch gesagt, keine Sau das blöde Teil haben. Tausende Controller stapeln sich hier, unverkauft, abgelehnt, unerwünscht – wie ein Volksbegehren für den Transrapid. Das wirft Fragen auf: Gefährdet unsere – im Vergleich zur Schweiz – mangelnde Erfahrung im Umgang mit und Bereitschaft zur Ausübung von „direkter Demokratie“ den High-Tech-Standort Deutschland? Sind wir Deutschen anders, wollen wir etwa nicht mitreden, unsere Meinung kundtun? A, B, C oder D wählen – ist das zu viel, zu schwer, zu komplex für uns?
Oder hatten wir bloß keinen Bock, nach Werbeblock (alle zehn Minuten), Senderlogo (rechts oben hängend) und Hinweis-Generve (als Laufzeile unten, auch ab und zu quer durchs Bild hopsend) noch einen weiteren Aufmerksamkeitskiller zu akzeptieren, der uns beim Angucken eines Filmes wie „Warum Bodhi-Dharma in den Orient aufbrach?“ stört?
Hype 2.0 sagt: Letzteres. Also ab in den Müll mit ihr.
Falls Sie anderer Meinung sind, drehen Sie doch ein Video wie http://de.youtube.com/watch?v=2qO25l9UGBk…
November 28, 2007 at 7:25 vormittags /aw/
Nachdem wir jetzt ja wissen, dass Web 2.0 voll doof ist, hier ein weiterer Beweis: die Community BigNumbr. Da hat man nicht nur das Design von del.icio.us geklaut, sondern auch die selten dämliche Idee gehabt, User Zahlenfakten sammeln zu lassen.
Ein paar kleine Beispiele: User “oopsala” gibt mit “0 m” die Höhe des World Trade Centers an (saukomisch), “wrickr” beschreibt “09112007″ als “the day i met peter” (achso, aha), und “Iam” intepretiert die “29″ als Prozentzahl an Frauen, die Sodomie praktizieren – puh! Wollten wir das wissen?
Nein. Trotzdem: Ein Highlight gibt’s von “jamesosb”. Der nennt nämlich mit “17″ (Sekunden) seine Verweilzeit bei BigNumbr. Reicht ja dann auch.
PS: Nachdem wir genauso Ferkel sind wie Sie, haben wir die 29 % an Sodomie-Frauen mal nachgeprüft – und hier tatsächlich den Beweis gefunden. Potzblitz!
November 23, 2007 at 1:51 nachmittags mmzweinull
Von 50 Jahren, da gab es noch keine Synthesizer, da gab’s noch richtige Klaviere. Einige waren braun, ein bisschen abgeschabt und ideal für Ragtime und herunterdreschbare Gassenhauer. Den Triumphmarsch aus Aida spielte man dagegen auf einem Piano oder Flügel. Der Unterschied war oberflächlich betrachtet nur oberflächlich, denn letztere glänzten ordentlich, dank “Klavierlack”. Doch niemand wäre deswegen auf die Idee gekommen, das schäbige Wandklavier zu lackieren, nur um es wie einen Flügel glänzen zu lassen.
50 Jahre später ist alles aus chinesischem Plastik, dem Albtraum aller Innenarchitekten. Aber kein Problem: Man kann ja Klavierlack draufstreichen! Oder es zumindest so aussehen lassen, als hätte man Klavierlack draufgestrichen (daher auch nur: Klavierlack-”Optik”, denn wer kann sich den teuren Lack wirklich leisten?). So wird aus einem billigen China-MP3-Player ein “Lifestyle-Gadget”.
Ein Hype also. Angefangen hat damit glaubich irgendeine einigermaßen respektable Asiaten-Marke. Doch schon kurz darauf gab’s “Klavierlack-Optik”-Notebooks auch bei jenem Kaffeeröster, der ständig das Sortiment seines Kleinstkaufhauses wechselt. Es wurde schlimmer. Player, Fernseher, Notebooks, Handys: Inzwischen ist fast alles in ein Klavierlack-Simulacrum getaucht; Google listet heute gut 15.000 Fundstellen für “Klavierlack-Optik”.
Den glänzendsten Lack verpinselt diese Woche Samsung und verheißt: “Design-Revolution: Zwei Samsung-Printer präsentieren sich in eleganter Klavierlack-Optik”. O-Ton des Hochglanz-PR-Gewäschs: “Mit ihren fließenden Formen sowie der blauen LED-Beleuchtung setzen die Geräte in jeder Umgebung ganz besondere Akzente und erinnern dabei optisch an ein Design-Accessoire.”
Aha. Stellen Sie sich vor, Sie nehmen Ihren rasselnden Epson LX-800 9-Nadler von vor 20 Jahren und lackieren ihn schwarz glänzend. Sonntags dann, bei Kaffeekränzchen:
- “Was ist das da?”
- “Du meinst das Elegante, das mit seinen fließenden Formen Akzente setzt?”
- “Ja, genau. Es erinnert mich an optisch an ein Design-Accessoire!”
- “Das ist nur mein Drucker. Allerdings in Klavierlack-Optik…”
- “Nein, wirklich? Erstaunlich! Fast ein Wohn-Objekt…”
Jetzt ist auch klar, warum Apple bislang keine Drucker herstellte. Weil die stets wie das aussehen, was sie sind: Röhrende Platzfresser, die man drei Seiten am Tag braucht und deren klotzige Anwesenheit man den Rest der Zeit zähnknirschend in Kauf nehmen muss. Man darf sich vorstellen, wie ein Apple-Lifestyle-Printer aussehen würde: Format Mac mini; um ein A4-Papier zu bedrucken, muss man es vorher in der Mitte falten, damits hinein passt. “Revolutionär!”, würde es heissen. Und um den Knick zu entfernen, gäbs reichlich iZubehör.
Gedruckt würde weiß auf weiß – weils besser aussieht…
August 30, 2007 at 1:39 nachmittags /aw/
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