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Die letzte Läster-Mail ging an den Chef statt an den Kollegen? Kein Problem, es gibt weitaus Schlimmeres: Hier die Hype^2-Top-10 der größten Affären des zentralen Kommunikations-Hypes des letzten Jahrzehnts – der E-Mail.
Platz 1
Absender? Mark Foley
Inhalt der E-Mail? Die Karriere des republikanischen Politikers, der sich nach außen gerne als eiserner Kämpfer gegen Kinderpornographie gab, endete wegen einer elektronischen Konversation mit dem Büroboten des Kongress’. Darin fragt er interessiert nach der Kleidung seines 16-jährigen Gesprächspartner und äußert den Wunsch, ihm diese „vom Leib zu reißen“.
Die Konsequenzen? Rücktritt aus der Partei
Platz 2
Absender? Henry Blodget
Inhalt der E-Mail? Der Wall Street Analyst macht einige E-Mail-Affären mit. Von der Nsad (Aufsichtsbehörde der Wertpapierbranche) wurde er wegen so einer schließlich angeklagt: Blodget hatte öffentlich Firmen via Werbe-E-Mails angepriesen, die er zuvor bei seinen Mitarbeitern der Investmentbank Merrill Lnych schlecht gemacht hatte.
Die Konsequenzen? Zirka 3,3 Millionen Euro Strafe und Berufsverbot innerhalb der Wertpapierbranche
Platz 3
Absender? Vorsitz der Firma Cotecna
Inhalt der E-Mail? Über E-Mails kam ans Tageslicht, dass sich die Vorsitzenden der Firma Cotecna bereits vor der Vergabe des oil-for-food-Auftrags mit UN-Offiziellen getroffen haben. Prekär: Bei Cotecna stand Kojo Annan, Sohn des UN-Generalsekretärs Kofi Annan, bis 2004 auf der Gehaltsliste. Daraufhin wurden Unkenrufe bezüglich Vetternwirtschaft laut.
Die Konsequenzen? Unehrenhafte Presse für die UN
Platz 4
Absender? Steve Kean
Inhalt der E-Mail? Die Federal Energy Commission legte während ihren Untersuchungen 1.500 E-Mails von Enron offen. Dabei kamen unter anderem die engen Verbindung des Energieversorgers mit der republikanischen Partei ans Tageslicht: Steve Kean, Vize-Präsident Enrons, schickte dem Aufsichtsratsvorsitzenden Kenneth Lay damals eine E-Mail, in der er ihm die Mitarbeit am „Transition Team“ von George W. Bush nahe legt.
Die Konsequenzen? Kenneth Lay wurde wegen Verschwörung und Betrugs schuldig gesprochen
Platz 5
Absender? Patricia Dunn
Inhalt der E-Mail? Die ehemalige Verwaltungsratchefin von Hewlett Packard, Patricia Dunn, versuchte eine undichte Stelle im Verwaltungsrat über einen Privatdetektiv aufzudecken: So mailte sie ihm eine Liste mit Telefonnummern von Journalisten, Verwaltungsratsmitgliedern und Betriebsangehörigen – eine Straftat. Die Mail-Korrespondenz gelangte schließlich an die Öffentlichkeit.
Die Konsequenzen? Rücktritt aus dem Verwaltungsrat
Platz 6
Absender? Monica Lewinsky
Inhalt der Mail? Bill-Clinton-Praktikantin Monica Lewinsky plauderte während ihrer Zeit im Weißen Haus freimütig mit ihrer Freundin Linda Tripp über ihre Affäre mit dem ehemaligen Präsidenten: Clinton habe sie nicht einmal am Valentinstag angerufen, beschwerte sich Lewinsky in einer E-Mail. Dumm nur: Die Mail kam an die Öffentlichkeit, und wurde auch vor Gericht als Beweismittel herangezogen. Das Amtsenthebungsverfahren resultierte jedoch aus den von Tripp mitgeschnittenen Telefongesprächen; nicht aus den E-Mail-Korrespondenzen.
Die Konsequenzen? Indirekt ein (nicht erfolgreiches) Amtsenthebungsverfahren gegen Bill Clinton
Platz 7
Absender? Oliver North
Inhalt der E-Mail? Als Mann der Reagan-Regierung war Oliver North in den Iran-Contra-Skandal involviert: In den 80ern verkauften die USA Waffen illegal an den Iran, um mit den Erlös die Contra-Rebellen in Nicaragua zu unterstützen. Zusammen mit John Poindexter versuchte Oliver North alle E-Mails zu diesem Thema von den Computern im Weißen Haus zu löschen. Allerdings existierte ein Backup-System, das den Ermittlern alle Korrespondenzen offen legte.
Die Konsequenzen? Drei Jahre Haftstrafe auf Bewährung, 117.000 Euro Geldstrafe und 1.200 Stunden gemeinnützige Arbeit
Platz 8
Absender? Harry Stonecipher
Inhalt der E-Mail? Der ehemalige Boeing-Präsident stolperte über eine Affäre mit einer weiblichen Führungskraft im Unternehmen. Licht ins Dunkel brachten die anrüchigen E-Mai-Konversationen, die er mit seiner Geliebten führte.
Die Konsequenzen? Rücktritt vom Präsidentenamt
Platz 9
Absender? Richard Phillips
Inhalt der E-Mail? Weil dem Firmenanwalt Richard Phillips Ketchup auf die Hose gekleckert wurde, verlangte dieser von seiner Sekretärin Jenny Amner die Begleichung der Reinigungsrechnung (knapp drei Euro). Doch Amner antwortete erst nach einer nochmaligen Aufforderung – mit allen Angestellten der Kanzlei im Verteiler. Die sarkastische E-Mail wurde schließlich in der ganzen Welt verschickt.
Die Konsequenzen? Rücktritt aus der Anwaltskanzlei
Platz 10
Absender? Anica G.
Inhalt der E-Mail? Die Sachbearbeiterin bei der Bundesagentur für Arbeit berichtete in einer E-Mail ihrer Freundin Christina S. ausschweifend über ihr Sexualleben. Der Fauxpas: Im Empfängerfeld trug die 21-jährige die gesamte Bundesagentur ein. Die Konversation landete schließlich frei zugänglich im Internet.
Die Konsequenzen? Keine – die E-Mail wurde in der Arbeitspause geschrieben.
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