Manifest

Erinnert sich noch einer an das internet-manifest.de? Natürlich nicht, daher bringen wir es ja an dieser Stelle in Ihre Erinnerung. Auf slow-media.net/manifest/ wird nun die nächste Sau durchs Dorf getrieben, durchaus lesenswert während des Verzehrs der ersten Rosinensemmel des Tages zu Aupeo-Gedudel und Frühstücksfernsehen.

Hier das Hype^2-Manifest (raw, draft, to be refined):

  • Du musst regelmäßig eine neue Sau durchs Dorf treiben.
  • Du darfst nie absteigen, Du musst auch den allersttötesten Klepper noch weiter zu Tode reiten.
  1. Manifeste machen Dich wichtig, drum schreib feste neue Pamphlete!
  2. Nummeriere die einzelnen Punkte Deines Manifestes, das erweckt den Eindruck von Wittgenstein’scher Tractato-Tiefgründigkeit.
  3. Sei unkonkret und vage, sonst kann man Dir widersprechen.
  • Verzichte auf Fakten, die sind prüfbar. (Ausnahme: Wischiwaschi-”Studien”.)
  • Verwendete gerade so viel Fremdwörter, dass Du intelligent wirkst.
  • Erfinde neue Wörter wie DigiPrekarème oder DigiBohèkariat, um zu zeigen, dass Du Begriffe wie Digital, Prekariat & Bohème mashen kannst. (Falls Sie sich fragen, was das ist: Das sind dauertwitternde Urbans mit iPhones und MacBooks, die sich mit miesen Aufträgen über Wasser halten, sich in Blogs als social media “Experten” (oder “Enthusiasten”) bezeichnen und die in 40 Jahren gegen ihre magere Grundrente auf die Strasse gehen werden.)
  1. <Setzen Sie hier Ihren Manifest-Gedanken ein, schließlich sind wir hier voll User-Generated & social!>
  2. <Na, einen zweiten Manifest-Gedanken kriegen Sie auch noch hin, oder?>
  3. <Wow! Sie können auch gleich ein eigenes Manifest schreiben, so kreativ sind Sie! Bitte verweisen Sie in einem Kommentar zu diesem Post auf Ihr eigenes Manifest! Danke!>
  • Verwirre Deine Leser – das fördert EigeneGedanken(TM)
  • Stiehl das eine oder andere bei Dritten – merke: Man muss nicht originell sein.

Nur wer auf den Schultern von Riesen steht, wirft auch als Zwerg lange Schatten. Keiner weiß das besser als wir.

PS: Neues Jahr, neues Manifest: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0104/medien/0003/index.html – und ihr solltet eurer Webagentur echt mal Beine machen, die URLs gehen ja gar nicht.

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